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Leuthard Doris · Bundesrat · 2017-03-09

Leuthard Doris · Bundesrat · Aargau · 2017-03-09

Wortprotokoll

Man kann schon viele Berichte und Statistiken einfordern, und wir können nach vielen Vogelarten auch noch die Wildhuftiere begutachten. Sie sind immer für weniger Bürokratie und weniger Ressourcen und verlangen jetzt erneut einen Bericht - ich weiss auch nicht.

Wir haben uns trotzdem einmal erkundigt, Herr Nationalrat: Es gibt weltweit eigentlich keine wissenschaftlichen Studien, weil das offenbar weltweit nicht ein Problem ist. Ich weiss, dass Sie Jäger sind und deshalb natürlich wissen wollen, ob irgendeine Windanlage im Tessin einen Hirsch vertreiben oder beeinträchtigen könnte - okay.

Ich habe meine Leute angewiesen nachzuprüfen, ob die Deutschen, die ja viele Windanlagen haben, irgendeine Erfahrungszahl haben, und siehe da: Im deutschen Bundesland Baden-Württemberg, nicht weit entfernt von der Schweizer Grenze, hat man einfach die Anzahl Windanlagen gezählt, von denen sie ja wirklich viele haben; ihr im Tessin habt keine, aber vielleicht kommt einmal eine. Diese Zahl wurde dann mit der Jagdstatistik verglichen. Ich kann Ihnen sagen, dass im Zeitraum, in dem die Zahl der Windmühlen um das Vierfache angestiegen ist, die Jagdstatistik in diesem Bundesland eine Zunahme bei allen jagdbaren Grosswildarten wie Rotwild, Damwild, Rehwild und was es da noch gibt, ergeben hat. Daraus kann man wohl schliessen, dass es keine Beeinträchtigung gegeben hat.

Wir haben auf dem Mont Crosin sogar einen Landwirt gefunden, der auch Pferdezüchter ist: Er hat gesagt, er habe wegen der Windparks dort oben weder bei den Kühen noch bei den Pferden irgendeine Beeinträchtigung festgestellt. Das scheint mir ein kluger Bauer zu sein, und deshalb würde ich empfehlen, von einem mit sehr viel Steuergeld finanzierten wissenschaftlichen Bericht abzusehen.