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Wirz-von Planta Christine · Nationalrat · 2002-04-15

Wirz-von Planta Christine · Nationalrat · Basel-Stadt · Liberale Fraktion · 2002-04-15

Wortprotokoll

Man ist doch immer wieder hin und her gerissen, wen man unterstützen oder bevorzugen sollte: die Arbeitnehmenden, die Arbeitgebenden, die Frauen, die wirklich ein grosses Potenzial für die Wirtschaft darstellen und denen man z. B. im Sektor der Kinderbetreuung wirklich helfen sollte, die Jugendlichen, die ja schliesslich unsere Zukunft sind, oder die ältere Generation, zu der wir auch einmal gehören werden.

Man hat sich zu entscheiden, und ich will nun eine Lanze zugunsten der KMU brechen. Denn ich bin der Überzeugung: Wenn es den kleinen und mittleren Betrieben schlechter geht, geht es eben allen schlecht. Haben Sie sich überlegt, was mit der Öffnung des europäischen Marktes auf diese Betriebe zukommt? Sie werden sich im anstehenden Wettbewerb behaupten müssen und ihre ganze Kraft für den Konkurrenzkampf benötigen. Viele sind dafür gewappnet, viele haben einige Bedenken. Auf jeden Fall ist es aber ein Challenge, der die KMU enorm fordern wird.

Nun ist es wirklich der denkbar schlechteste Moment, in dieser Zeit die kleinen und mittleren Betriebe noch mehr zu belasten. Ich denke da besonders an die Landwirtschaftsbetriebe, an sämtliche Betriebe der Baubranche und an den Handel mit Baumaterialien, der ja in der Schweiz wirklich eine grosse Rolle spielt.

Schliesslich möchte ich noch ein Argument einbringen, das bisher noch nicht genannt wurde und das auch gegen die Senkung des Schwellenwertes für den BVG-Beitritt spricht: Es könnte durchaus sein, dass Betriebe in Zukunft Festanstellungen möglichst vermeiden werden, damit sie keine zusätzlichen Abgaben leisten müssen. Arbeitsmodelle im Netzwerksystem sind schon heute im Trend, und ich kenne Betriebe, die aus diesem Grund von zehn auf zwei Angestellte reduzieren, indem sie Dienstleistungen von anderen Betrieben in Anspruch nehmen und dabei besser fahren.

Ich weiss, es gibt dadurch mehr kleine Betriebe, aber gesamthaft gesehen gehen eben Arbeitsplätze verloren. Das ist so, und das wollen wir ganz bestimmt vermeiden. [PAGE 513]

Noch eine Bemerkung in Bezug auf die Beschäftigung bei mehreren Arbeitgebern: Man muss sich wirklich bewusst sein, dass die Versicherung von Beschäftigten mit mehreren Arbeitgebern mit einem sehr teuren administrativen Aufwand verbunden ist. Es wurde auch gesagt, es sei fast nicht zu bewerkstelligen. Wir können dies einfach nicht verantworten: Mehrkosten erstens durch eine Reduktion der Eintrittsschwelle und zweitens durch die Beschäftigung bei mehreren Arbeitgebern.

Ich bitte Sie einfach, diese Überlegungen zugunsten unseres Gewerbes mit einzubeziehen. Ich bitte Sie, die Eintrittsschwelle nicht zu senken und die Praxis des Bundesrates beizubehalten und bei 24 720 Franken zu bleiben. Dies auch beim Koordinationsabzug - ganz im Sinne des Bundesrates.