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Graf-Litscher Edith · Nationalrat · 2017-06-06

Graf-Litscher Edith · Nationalrat · Thurgau · Sozialdemokratische Fraktion · 2017-06-06

Wortprotokoll

Es ist tatsächlich so, dass wir im Büro in den letzten Jahren zu diesem Thema schon mindestens vier parlamentarische Initiativen, ein Postulat und mindestens eine Anfrage diskutiert haben, alle mit dem gleichen Ziel, nämlich der Beantwortung der Frage: "Wie kann die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für junge Mütter und Väter im Parlament verbessert werden?" Bisher war die Antwort des Büros immer: "Ja, wir haben Verständnis für das Anliegen, aber die Bedürfnisse sind sehr unterschiedlich, und wir sehen eigentlich keinen grösseren Handlungsbedarf." Jetzt frage ich Sie, ob wir auf der einen Seite weiter einfach bei diesem Verständnis bleiben sollen, während wir auf der anderen Seite darauf pochen, dass die Arbeitgeber die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Frauen und Männer auch in Kaderpositionen stärken, und uns für gleiche Löhne für Frauen und Männer einsetzen.

Meines Erachtens wäre jetzt der richtige Moment, um den schönen Sonntagspredigten endlich Taten folgen zu lassen. Wie Kollege Wermuth gesagt hat, geht es nicht darum, ob jetzt eine Kinderkrippe angeboten oder eine andere gezielte Massnahme ergriffen werden soll. Es geht vielmehr konkret darum, dass wir über die Parteigrenzen hinweg zusammensitzen und miteinander schauen, welche Massnahmen für die jungen Mütter und Väter hier in unserem Parlament am zielführendsten sind.

Ich bitte Sie, auch wenn Sie vielleicht schon Grossmutter oder Grossvater sind oder keine eigenen Kinder haben, dem Postulat Wermuth zuzustimmen. Setzen wir hier in diesem Saal ein klares Zeichen, dass auch junge Mütter und Väter als Volksvertreterinnen und -vertreter in diesem Parlament willkommen sind und gleichzeitig ihre Familienpflichten wahrnehmen können.