Wyss Ursula · Nationalrat · 2002-04-16
Wyss Ursula · Nationalrat · Bern · Sozialdemokratische Fraktion · 2002-04-16
Wortprotokoll
Herr Theiler, wir kennen die Diskussion über die nichtionisierenden Strahlen ja nun langsam, und die Fronten hier im Saal sind immer dieselben: Sie haben schon bei meinem Vorstoss zur Forschung über die Folgen der nichtionisierenden Strahlung versucht, diese zu torpedieren, zum Glück ohne Erfolg. Nun wollen Sie auch [PAGE 584] noch die minimalen Informationsmöglichkeiten der Konsumentinnen und Konsumenten bekämpfen und verunmöglichen. Herr Theiler, das grenzt nun wirklich an fundamentalistisches Nichtwissenwollen. Wenn Frau Sommaruga Information fordert und auch zeigt, dass die EU ihren Konsumentinnen und Konsumenten zusichert, dass nur Produkte, die sicher sind, auf den Markt kommen, dann ist das auch für uns Schweizerinnen und Schweizer nicht zu viel verlangt. Frau Sommaruga hat es schon ausgeführt: Auch diejenigen Personen, die sich informieren wollen, die wissen möchten, wie stark ein spezielles Handy strahlt, können dies heute nicht tun. Es steht nirgends aussen auf der Verpackung. Wenn es steht, dann irgendwo unter dem Kleinstgeschriebenen innen in der Betriebsanleitung - oder es steht nicht einmal dort.
Herr Theiler, Sie führen Ihre Argumentation wirklich ad absurdum, wenn Sie dann kommen und sagen, Grenzwerte oder Strahlenwerte würden überhaupt nichts aussagen, weil es auf die Zeitdauer des Telefonierens ankomme. Sie wissen genau, dass die Strahlendosis eine Gleichung ist, die mehrere Faktoren hat, und dass Zeit einer davon ist, aber dass es eben genauso wichtig ist, wie sehr ein Handy strahlt. Hier ist wirklich eine Minimalforderung an Transparenz, an Kundenfreundlichkeit, die auch den Handybetreibern - und Sunrise - nicht schaden kann.