Aebischer Matthias · Nationalrat · 2017-06-15
Aebischer Matthias · Nationalrat · Bern · Sozialdemokratische Fraktion · 2017-06-15
Wortprotokoll
Unsere Kommission, die Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur, beschäftigt sich seit Längerem mit dem Thema Digitalisierung. Oh mein Gott, werden Sie wohl nun denken, das Thema Digitalisierung ist doch ein kaum zu fassendes Allerweltsthema. Genau so ist es. Deshalb haben wir in den letzten vier Jahren immer wieder Anhörungen zum Thema gemacht und an der letzten Sitzung eine grosse Auslegeordnung.
Immer wieder wurde in unserer Kommission diskutiert, ob der Bund die Kantone beim Thema der Digitalisierung und Informatik in der Volksschule und auf der Sekundarstufe II unterstützen soll oder nicht. Eine Mehrheit hat sich nun entschieden, zusammen mit den Kantonen eine Offensive zu starten. Die Hearings haben gezeigt, dass vor allem in der Lehrerausbildung, bei den Lehrmitteln, bei der Nutzungskompetenz von Schülerinnen und Schülern, aber auch im Bereich der Forschung und der Datenverarbeitung eine Unterstützung des Bundes sinnvoll ist. Klar ist für die Kommission auch, dass dies alles nur in enger Zusammenarbeit mit den Kantonen stattfinden kann, ähnlich, wie wir das schon bei der Mint-Offensive gemacht haben.
In der Schule selbst geht es nicht nur darum, wie immer suggeriert wird, dass Kinder programmieren lernen oder dass viele Tablets oder Laptops zur Verfügung gestellt werden müssen. Darum geht es vielleicht auch, aber es geht vor allem um Medienkompetenz, um Anwendungskompetenz, um die zeitgemässe Produktion von Lehrmitteln, sodass sie nicht immer schon veraltet sind, wenn sie auf den Markt kommen. Es geht um eine klare Strategie bei der Lehrerausbildung, um neue Unterrichtsformen, bei denen zum Beispiel auch das grosse Know-how der Schülerinnen und Schüler mit eingebunden werden kann. Ich zähle da nur einige Dinge auf, welche in unserer Kommission diskutiert wurden - ich zähle sie nicht auf, weil wir von der WBK sagen wollen, was genau gemacht werden muss: Das machen natürlich die Kantone, das wissen wir. Aber die Zeit ist reif, dass der Bund bei dieser sehr dynamischen Arbeit unterstützend mitwirkt.
Einige Kommissionsmitglieder wollten zuerst bei der EDK eine Bestandesaufnahme im Bereich der Digitalisierung einfordern. Dies lehnte die Mehrheit der Kommission jedoch ab. Hauptargument war, man würde durch diese Analyse noch weitere Zeit verlieren. Die EDK und auch das SBFI seien bereits daran, die primären Handlungsfelder zu definieren, hiess es etwa. Am Ende stimmten 13 Mitglieder für die vorliegende Motion und deren 10 dagegen.