Rieder Beat · Ständerat · 2017-06-15
Rieder Beat · Ständerat · Wallis · CVP-Fraktion · 2017-06-15
Wortprotokoll
Das Votum von Herrn Cramer drängt mich zu zwei oder drei Präzisierungen. Wenn Sie die interessanten Zahlen des Bundesamtes studiert haben, wissen Sie, dass in drei Kantonen der Schweiz - in drei Kantonen der Schweiz! - 50 Prozent der gesamten geschützten Fläche liegen. Das sind die Kantone Bern, Graubünden und Wallis. Wenn Sie diese Kantone näher betrachten, dann werden Sie feststellen, Herr Kollege Cramer, dass in diesen Bergkantonen drei Viertel der Schutzgebiete in den Bergregionen und nicht in den Agglomerationen und auch nicht in den Städten sind. Und wenn Sie noch weiter in die Tiefe gehen, dann werden Sie Gebiete finden, in denen 95 Prozent der Fläche geschützt sind. Ich lebe in einem solchen Gebiet, in dem 95 Prozent der Fläche geschützt sind.
Was Herr Hösli in seiner Interpellation sagt, kann ich voll und ganz unterschreiben. Das Problem sind nicht die 95 Prozent Schutzzone, damit haben wir uns abgefunden. Aber es gibt gewisse Instanzen, die jetzt auch noch in den 5 Prozent derjenigen Zone, von der wir leben - touristisch, landwirtschaftlich, und es gibt auch Jagd, aber Jagd weniger -, mit neuen Schutzflächen operieren. Die bekannteste von ihnen basiert auf dem Trockenwieseninventar. Wenn Sie jetzt in diesen 5 Prozent mit neuen Schutzzonen operieren, dann vernichten Sie nichts anderes als die Erwerbsgrundlage dieser Bergregionen. Das ist Fakt und nichts anderes.
Wenn ich dann die Realpolitik anschaue, wenn ich die Behandlung der Motion Dittli 17.3133, "Gebührende Berücksichtigung des naturnahen Tourismus in Jagdbanngebieten", anschaue, dann stelle ich fest, dass offensichtlich doch breite Kreise dazu neigen, noch weiteren Schutzbestimmungen und der Ausdehnung von Schutzbestimmungen das Wort zu reden. Das hat Konsequenzen, dessen muss man sich hier an dieser Stelle, im Ständerat, bewusst sein.