Lexipedia

Tuena Mauro · Nationalrat · 2017-09-14

Tuena Mauro · Nationalrat · Zürich · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2017-09-14

Wortprotokoll

Ich nehme es vorweg: Sie finden mich in keinem Komitee der No-Billag-Initiative. Ich muss Ihnen aber sagen, wenn ich übernächste Woche der No-Billag-Initiative zustimme, dann tragen Sie die Verantwortung dafür. (Heiterkeit) Sie wollten den Antrag der Minderheit Rutz Gregor nicht unterstützen. Sie haben kein Musikgehör für eine 10-prozentige Kürzung. Sie wollen alles. Da bleibt mir ja nichts anderes übrig, als diese No-Billag-Initiative zu unterstützen.

Ich halte es gleich wie meine Kollegin Natalie Rickli: Ich habe nichts dagegen, wenn die SRG Nachrichten ausstrahlt, Frau Bundespräsidentin. Das gehört tatsächlich zum Service-public-Auftrag. Da bin ich auch bereit, ein paar Franken zu bezahlen. Aber ich bin nicht bereit, definitiv nicht bereit, 1,2 Milliarden Franken für Folgendes zu bezahlen: Ich habe hier heute eine interessante Zeitschrift gefunden, "TV täglich". Donnerstag, 14. September, SRF 2 - Frau Bundespräsidentin, da frage ich mich dann schon, was das mit Service public zu tun hat -, "Undateable" 9.30 Uhr, "Immer wieder Jim" 9.50 Uhr, dann "Kommissar Rex" 10.15 Uhr, um 11 Uhr "Julia", 11.45 Uhr "Alisa", 12.30 Uhr "Immer wieder Jim" und so weiter. "Magnum", "Soko Wien", "Kommissar Rex", "Jamies 30-Minuten-Menüs", "What's a man", dann am Abend ein Film, [PAGE 1392] "Ready, Steady, Golf!", "Brüno" und so weiter. Frau Bundespräsidentin, das hat doch mit Service public nichts zu tun!

Ich erlaube mir noch eine Zusatzbemerkung. Ist es tatsächlich nötig - ich oute mich jetzt hier, ich bin ein "Tatort"-Fan, ich schaue am Sonntagabend jeweils den "Tatort" -, dass die Schweiz einen "Tatort" für 2,4 Millionen Franken pro Ausgabe produziert, den kaum jemand schaut, der nicht spannend ist und der irgendwelche Klischees verbreitet?

Vielleicht, Frau Bundespräsidentin, sollte die SRG - da haben Sie genügend Einfluss - einmal über die Bücher gehen. Dann können wir wieder zusammen sprechen. Aber bis dahin, muss ich Ihnen sagen, werde ich diese No-Billag-Initiative in der Schlussabstimmung unterstützen.