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Fetz Anita · Ständerat · 2017-09-21

Fetz Anita · Ständerat · Basel-Stadt · Sozialdemokratische Fraktion · 2017-09-21

Wortprotokoll

Ich gebe zu, es gibt wichtigere Themen als das, welches wir jetzt besprechen. Aber die Volksinitiative liegt vor, wir haben uns dazu zu äussern, so, wie wir uns zu allen anderen Volksinitiativen zu äussern haben.

Es wurde gesagt, es gebe keinerlei wissenschaftliche Hinweise dafür, dass die Hörner für Kühe und Geissen wichtig seien. Ich brauche dafür keine wissenschaftlichen Studien: Wenn die Natur den Kühen Hörner gegeben hat, dann haben sie das Recht auf diese Hörner! So einfach ist das; dazu brauche ich keine wissenschaftlichen Studien. Ich brauche auch keine Analysen zur Frage, ob das angenehm sei oder nicht, wenn ihnen die Hörner ausgebrannt werden; das ist unangenehm, nachher fehlt einfach etwas. Damit müssen Sie mir also nicht kommen. Man kann sagen: Nein, das wollen wir nicht, es ist zu teuer, ökonomisch lohnt es sich nicht usw. Das kann ich akzeptieren. Aber diese Hornverweigerungsargumente kann ich nicht ernst nehmen.

Was mir an dieser Initiative nicht gefällt - das sage ich auch ganz offen -, ist, dass sie etwas zu geldgierig ist, wie halt oft Sachen, die aus diesem Bereich kommen. Ich finde es unschön, Geld dafür zu geben, dass man einem Tier etwas nicht wegnimmt, worauf es von Natur aus ein Recht hat. Aber das steht nun einmal in dieser Initiative. Sie und ich wissen - Roberto Zanetti hat es ausgeführt -, dass viele unsinnige Sachen gemäss der Direktzahlungsverordnung gefördert werden. Man ist fast geneigt zu sagen: Auf eine weitere Fördermassnahme kommt es jetzt auch nicht an. Für mich ist klar: Wenn diese Initiative, die auch ich unterstütze, angenommen wird, dann werden diese etwa 30 Millionen Franken - das Bundesamt hat das berechnet - im Agrarbudget kompensiert werden müssen.

Was brauchen wir Schönheitsbeiträge für irgendwelchen Holzbrunnenbau? Was brauchen wir Schönheitsbeiträge für irgendwelche Bauernhäuser-Verschönerungsaktionen? Ich gehe mal davon aus, dass jeder Bauer und jede Bäuerin doch einen schönen Bauernhof will. Ich meine, das gebietet ja die Berufsehre. Das macht man auch, wenn man nichts dafür bekommt. Das war mehr die Idee von Politikern, dass man dafür etwas bekommen muss. Wenn man das kulturell oder touristisch so wichtig findet, kann man das problemlos kompensieren. Es ist auch völlig unnötig, dass wir mit Steuergeldern TV-Spots mitfinanzieren müssen, Werbespots für irgendwelche Milchprodukte - völlig unnötig! Wir kaufen als Konsumentinnen und Konsumenten so oder so Milch. Aber was wir nicht mögen, ist, wenn auf jeder Milchpackung eine Kuh mit Hörnern aufgeführt ist und wir nachher, wenn wir unsere Wanderungen machen, sehen, dass den Kühen die Hörner gekappt werden. Das ist Täuschung, das geht nicht; das ist ganz einfach Täuschung.

Es ist klar: Ich werde der Initiative zustimmen, weil es für mich zum Tierwohl gehört, etwas nicht wegzunehmen, das einem Tier von Natur aus gegeben worden ist. Das ist auch ein Beitrag zur Biodiversität. Es ist auch wichtig für den Tourismus, und ich will mich als Konsumentin nicht täuschen lassen. Ich will Milch von normalen Kühen mit Hörnern - Punkt!

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