Leuthard Doris · Bundesrat · 2017-09-26
Leuthard Doris · Bundesrat · Aargau · 2017-09-26
Wortprotokoll
Herr Ständerat Rieder hat jetzt diese Aschenbecher-Geschichte hervorgezogen und das Ganze ein bisschen lächerlich gemacht. Aber es wird natürlich weit mehr geprüft. Wir haben hier regelmässig Diskussionen über die Sauberkeit der Toiletten, über beschädigte Sitze - der Vandalismus ist ja auch ein Merkmal. Wir haben Diskussionen darüber, wie die Fahrgäste informiert werden in Situationen, in denen Störungen eintreten usw. Wir haben dieses Qualitätsmesssystem nicht über die deutsche Firma entworfen, aber die Qualitätsmessung wird von dieser durchgeführt, weil es in der Schweiz kein analoges Institut gibt, das nicht mit einem Transportunternehmen verbandelt ist. Der Verband öffentlicher Verkehr (VöV) hat seine Mitglieder befragt: Ist das aufwendig, ist das nützlich? Entgegen Ihrer Haltung, Herr Ständerat Rieder, hat der VöV dem BAV und mir im Juni mitgeteilt, dass von seinen Mitgliedern, den Transportunternehmen, die Einführung der Testkundenerhebung positiv bewertet werde. Diese möchten daran festhalten und sagen: Die Ergebnisse, die Qualitätsmängel, von welchen die einzelnen Transportunternehmen durch diese Messung erfahren, seien Ansporn zur Verbesserung, das sei im Sinne der Kundenfreundlichkeit usw.
Insofern ist die Beurteilung durch den Verband, in dem alle Transportunternehmen zusammengeschlossen sind, eine positive. Wir haben also nicht die Rückmeldung, dass das unnütz sei. 1,9 Millionen Franken sind nicht nichts, aber es ist ein Promille der gesamten Subvention, das wir hier für die Qualitätssicherung einsetzen. Insofern glauben wir auch: Jedes Unternehmen macht heute Qualitätsmessungen, will sich verbessern. Überall, wo der Bund subventioniert, verlangen wir einen Mindeststandard an Qualität. Das schulden wir auch dem Steuerzahler. Das erfolgt mit diesem System offenbar durchaus auch im Sinne der Branche.