Walter Hansjörg · Nationalrat · 2002-06-05
Walter Hansjörg · Nationalrat · Thurgau · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2002-06-05
Wortprotokoll
Ich nehme gerne Stellung zu den Forderungen von Frau Sommaruga, Forderungen, welche die Konsumenteninteressen tangieren. Die Frage ist nun: Kann die Landwirtschaft diese Forderungen überhaupt [PAGE 736] erfüllen? Es freut mich, dass wir direkt auf diesem Weg sind, dass wir zu diesen vier Forderungen eigentlich Ja sagen können.
Ich muss Ihnen sagen, dass die Forschung betreffend die biologische Produktion gebührend berücksichtigt wird. Diese Forschung richtet sich natürlich nach dem Marktangebot. Je höher das Marktangebot ist, umso mehr werden wahrscheinlich auch hier Gelder eingesetzt. Das Verhältnis von 1 zu 30 ist nach einer Studie der Forschungsanstalten nicht zutreffend, denn es gibt natürlich viele Forschungsarbeiten, die sowohl für die integrierte Produktion als auch für die Bioproduktion gelten. Ich denke da z. B. an Traktorentechnik oder Maschinentechnik, welche für beide Produktionsarten eingesetzt werden können.
Dann zur Förderung hofeigener Fütterung: Das ist wirklich ein Ziel. Wir wollen im Interesse der Landwirtschaft selbstverständlich die hofeigene und die produktionseigene Fütterung fördern. Dies ist kostengünstiger und hat auch den Vorteil, dass man weiss, woher die Ware kommt.
Dann zum Verzicht auf Gentechfuttermittel: Das haben wir intern in der Landwirtschaft beschlossen. Das wird dort durchgesetzt, wo wir die Produktionsmittel bekommen. Von daher haben ich und auch meine Produzenten kein Problem damit.
Dass die Lebensmittel besser deklariert werden, war schon lange ein Anliegen der Landwirtschaft. Hier sind ja auch noch verschiedene Vorstösse unterwegs. Dass wir uns hier auf eine Deklaration konzentrieren, ist aber wahrscheinlich der wichtigste Punkt. Wir werden noch diese Session einen Vorstoss einreichen, wie wir die Deklaration - vor allem eben die Positivdeklaration - aus der Sicht der Landwirtschaft verbessern können, um auch die Einhaltung der bestehenden gesetzlichen Vorschriften deklarieren zu können. Sie wissen es vielleicht nicht: Was in der Schweiz in Bezug auf die Produktion gesetzlich vorgegeben ist, dürfen wir nicht mehr deklarieren. Nach der heutigen Vorstellung darf nur zusätzlich positiv deklariert werden, was über die gesetzlichen Vorschriften hinausgeht. Von daher kann ich der Motion Sommaruga zustimmen, weil sie von uns erfüllbar ist und weil sie auf dem richtigen Weg ist, auf dem sich die Landwirtschaft hin zu einem Markt bewegen kann, in dem die Konsumenten frei wählen können.