Flach Beat · Nationalrat · 2017-11-28
Flach Beat · Nationalrat · Aargau · Grünliberale Fraktion · 2017-11-28
Wortprotokoll
Besten Dank, Frau Pieren, für diese Frage. Ob diese Person das jetzt schon macht oder nicht, ist wahrscheinlich sehr individuell von ihr selbst abhängig. Wenn wir es aber ins Gesetz hineinschreiben, dann muss sie sich diese Gedanken überhaupt erst machen: Soll ich melden oder nicht?
Es wurde vorhin vom Sprecher der Minderheit ausgeführt, dass man dann eben nichts mache oder nicht wisse - ich weiss es ganz genau -, ob man etwas tun solle oder nicht. Wenn wir im Gesetz schreiben, Personen, denen wir unsere Kinder anvertrauen, sollen auch Meldung erstatten, dann bin ich überzeugt davon, dass sie es auch tun werden. Wir haben mit der Einführung der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde 2013 ohnehin einen Paradigmenwechsel vollzogen. Dieser muss jetzt in den Kantonen, da er unterschiedlich umgesetzt worden ist, natürlich noch weiter verbessert und angepasst werden. Aber es macht durchaus Sinn, dass wir klare Regeln vorgeben, wann eine Meldung zu erstatten ist und wann nicht.
Dann kommt noch dazu - und das finde ich sehr wichtig, wenn ich das noch anfügen darf -: Gerade bei den Kindern in der Krabbelgruppe, Frau Pieren, haben wir es ja mit Kindern zu tun, die selber nicht in der Lage sind, sich irgendwo zu melden und zu sagen: Ich werde geschlagen vom Papi, vom Mami, vom Grosi, vom Onkel, was weiss ich, von der Tante, die mich dreimal in der Woche hütet oder so. Da ist es eben wichtig, dass wir diesen Vertrauenspersonen auch die entsprechende Verantwortung geben.