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Schneider-Ammann Johann N. · Bundesrat · 2017-12-06

Schneider-Ammann Johann N. · Bundesrat · Bern · 2017-12-06

Wortprotokoll

Herr Ständerat Vonlanthen, mein Generalsekretär hat Ihnen dieses Bild gezeigt. (Herr Bundesrat Schneider-Ammann zeigt eine Grafik.) Das ist die Komplexität der IT-Konstruktion, von der wir reden, also eine nicht ganz einfache Angelegenheit.

Zurzeit funktionieren die RAV grundsätzlich gut. Wir sind in der Lage, die Vermittlungen vorzunehmen. Wir sind mit der bestehenden IT auch in der Lage, den 1. Juli 2018 zu parieren und dann auf den 1. Januar 2020 mit neuer IT auf der Basis der 5-Prozent-Grenze wirken zu können. Das ist so geplant, das muss so möglich werden. Das ist natürlich viel Arbeit, aber ich bin zuversichtlich, dass wir liefern können.

Selbstverständlich teile ich Ihre Meinung: Wenn das System Wirkung erzielen soll, muss es vor allem auf den Kunden und den Personalchef einer Firma ausgerichtet sein, denn wenn dieser zum gewünschten Zeitpunkt nicht die richtigen Dossiers auf den Tisch bekommt, wird er sich nicht mehr interessieren für Leute, die den Einstieg in den Arbeitsmarkt suchen, und damit ist eine Chance vertan. Wir sind uns also sehr bewusst, dass wir das Ganze vom Markt her aufbauen müssen, da schaue ich auch persönlich hin.

Jetzt fragen Sie, ob das System optimiert werde, ob die Übergangsphase sichergestellt sei. Ich kann Ihnen noch einmal bestätigen: Das Ziel ist eine möglichst einfache, eine schlanke, eine effiziente Umsetzung. Der Arbeitgeber kommt im sogenannten Job Room der Internetplattform der öffentlichen Arbeitsvermittlung einfach und schnell zur gewünschten Information. Eine einfache und geführte Stellenmeldung für Arbeitgeber und schnelle elektronische Bestätigungen sind angedacht und werden umgesetzt. Das Matching im Informationssystem der öffentlichen Arbeitsvermittlung wird um berufsspezifische Fähigkeiten und Fachkenntnisse erweitert. Die weiterentwickelten IT-Systeme werden die Passung von Stellen und Stellensuchenden erhöhen, der Datenabgleich zwischen Stellensuchenden und offenen Stellen wird präzise und vor allem auch schnell gemacht werden können.

Die RAV können dadurch innerhalb ganz kurzer Zeit dem Arbeitgeber die nötigen Informationen zur Verfügung stellen. Die Dossiers von Stellensuchenden werden also elektronisch verschickt, die Stellenmeldungen werden schnell beantwortet. Das System müsste dann, zusätzlich auf den 1. Januar 2020 angepasst, echt gut funktionieren. Das bestehende System funktioniert auch, nicht ganz so effizient; es wird also um eine Effizienzverbesserung gehen.

Dann stellen Sie Fragen rund um die Pflichtenhefte. Sie bekommen von mir noch einmal Folgendes bestätigt: Mit der publizierten Ausschreibung des Avam-Systems wird erstens kein neues Tool beschafft, es ist eine rein technische Modernisierung. Zweitens hat das mit der Einführung der Stellenmeldepflicht grundsätzlich ja nichts zu tun, sondern es muss den Betrieb sicherstellen. Das technisch modernisierte System kann für künftige Bedürfnisse, z. B. die Digitalisierung, weiterentwickelt werden.

Parallel zur Modernisierung soll per 2020 ein kompetenzbasiertes Matching eingeführt werden. Da läuft im Moment die Diskussion über den entsprechenden Anforderungskatalog, und diese Diskussion läuft mit den Kantonen und Arbeitgebern. Dann erfolgt die Ausschreibung, dann werden die Rahmenbedingungen der Digitalisierung beschrieben und berücksichtigt. Dann ist eine Bemerkung zu machen für die zeitliche Überbrückung bis zum kompetenzbasierten Matching: Da wird es darum gehen, dass wir die Abgleichfunktion für die Stellenmeldepflicht im bestehenden System optimieren. Das tun wir. Es wird direkt durch den heutigen Betreiber implementiert; das ist das BIT. Es wird also nicht ausgeschrieben, damit wir nicht Zeit verlieren. Wir sind an der Arbeit.

Fazit: Ein modernes kompetenzbasiertes Matching wird eingeführt. In der Zwischenzeit muss das heutige System seine Leistungen erbringen. Es ist ein für heutige Verhältnisse effektives System. Die Kantone bestätigen den deutlichen Zusatznutzen der vorgesehenen Optimierungen.

Der langen Rede kurzer Sinn: Wir sind alle gefordert - Bund, Kantone, Sozialpartner -, und wir sitzen miteinander an der Thematik. Wir versuchen, das System zu optimieren, und werden vor allem auch die Zeitvorgaben einhalten. Ich habe ein gutes Gefühl - es gibt einigermassen Ordnung im Stall. [PAGE 899]

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