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Müller Damian · Ständerat · 2017-12-11

Müller Damian · Ständerat · Luzern · FDP-Liberale Fraktion · 2017-12-11

Wortprotokoll

Der Titel der Interpellation von Kollege Graber "Systematische Benachteiligung der Zentralschweiz?" könnte eigentlich auch als systematisches Gejammer der Zentralschweizer wahrgenommen werden, aber das ist es eben nicht. Es ist es eben nicht, weil sich mit diesem Umstand in den letzten Monaten sogar eine Art Gefühlslage entwickelt hat. Weshalb?

Man muss sich vorstellen, dass das Theater in fünf Akten, wie es Kollege Konrad Graber bereits erwähnt hat, eben Tatsache ist. Die nationale Vernetzung und internationale Anbindung bilden das Rückgrat für einen optimalen Wirtschaftsraum, und somit ist eine regelmässige und direkte nationale Anbindung zentral. Für den Zentralschweizer, aber auch für den Tessiner Tourismus und die Wirtschaft ist ein schleichender Abbau ein verheerendes Signal.

Frau Bundespräsidentin, ich mag mich noch gut an unser gemeinsames Treffen mit SBB-CEO Meyer erinnern. Gemeinsam haben wir den Inhalt meiner Interpellation besprochen, und beide haben dann auch festgestellt, dass im Bereich Fahrplan und Direktverbindungen ins Tessin noch Bedarf besteht. Zwei Wochen nach unserem Treffen hat man dann von den SBB - ohne dass sie mich persönlich kontaktiert haben, aber das spielt ja auch keine Rolle, es war eine Medienmitteilung - vernommen, dass eben dieser Zug wieder um 8.18 Uhr fahren wird. Das stand dann auch gross in der "Luzerner Zeitung" - ein Zwischenerfolg. Im Sommer, aber auch im Spätsommer und Herbst hat man dann abwechslungsweise vom Bundesamt für Verkehr und von den SBB wieder andere Mitteilungen erhalten - also ein Theater in fünf Akten.

Das ist anstrengend und zermürbend, wenn es nicht ein Happy End hat. Das sind Fakten, und diese Art der Kommunikation enttäuscht mich persönlich. Es werden Versprechen gemacht, dann geändert und wieder geändert, und ich [PAGE 945] habe am heutigen Abend nur einen Wunsch: dass man diesem Theater ein Ende setzt. Es kann doch nicht sein, dass man nicht miteinander sprechen kann, dass man nicht eine gemeinsame Kommunikation erarbeiten kann, denn dies schafft Glaubwürdigkeit, dies schafft Vertrauen bei den Kundinnen und Kunden, sei es aus der Zentralschweiz, sei es aus dem Tessin. Ich glaube, dies wäre ein wichtiger Schritt, den Sie uns heute verkünden könnten: dass Sie alles unternehmen, damit die Kommunikation zwischen SBB und Ihrem Bundesamt für Verkehr besser funktioniert, weil ein Theater in fünf Akten den Unmut gegenüber den SBB relativ gross macht.

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