Schelbert Louis · Nationalrat · 2017-12-11
Schelbert Louis · Nationalrat · Luzern · Grüne Fraktion · 2017-12-11
Wortprotokoll
Hörner gehören von Natur aus zu diversen Tierarten, zu Ziegen, zu Schafen oder Rindern. Hörner haben ganz verschiedene Funktionen. Zum Beispiel werden sie für die Körperpflege gebraucht, und sie prägen das Sozialverhalten mit. Statistische Erhebungen zeigen, dass hörnertragende Tiere immer rarer werden. Zur Begründung der Enthornung wird ein höheres Verletzungsrisiko genannt. Sicher spielen aber auch die Kosten eine Rolle, denn hornlose Tiere brauchen weniger Platz im Stall. Doch zahlreiche Bauernhöfe belegen, dass auch im Laufstall behorntes Vieh gehalten werden kann.
Richtigerweise hat der Bund das Enthornen ohne Schmerzausschaltung verboten. Bislang nicht untersucht wurde aber das Auftreten von möglichen Schmerzen als Spätfolge des Enthornens. Beim Enthornen werden Nerven durchtrennt. Das kann zu Schmerzreizungen bei enthornten Tieren führen.
Der Bundesrat lehnt den Vorstoss mit der Begründung ab, die Vetsuisse-Fakultät führe eine Studie durch. Ich muss Ihnen gestehen, dass mir das vorher nicht bekannt war. Ich warte daher die Ergebnisse der Studie ab und ziehe den Vorstoss zurück.
Eine Bemerkung kann ich mir aber nicht verkneifen: Es gibt schon zu denken, dass zuerst das Enthornen breitflächig geduldet wird und erst in einer späteren Phase abgeklärt wird, ob damit die Tiere allenfalls zu unglaublichem Leiden gebracht werden. Es wäre schön, wenn das Vorsorgeprinzip wirklich umgesetzt würde.