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Glättli Balthasar · Nationalrat · 2017-12-12

Glättli Balthasar · Nationalrat · Zürich · Grüne Fraktion · 2017-12-12

Wortprotokoll

Vermutlich waren Sie noch nie im Büro, aber es ist einfach so: Wenn ich sehe, wie das Programm zusammengestellt wird, ist dies für mich unglaublich. Ich bin nicht ein so gläubiger Mensch. Wenn ich aber ein gläubiger Mensch wäre, müsste ich sagen, es gibt einen Gott, der es möglich macht, dass diese Sessionsprogramme überhaupt erstellt werden können. Denn das Ganze ist so überdeterminiert, dass es eigentlich jedes Mal einem Wunder gleichkommt, wenn diese Programme möglich werden.

Was jetzt vorgeschlagen wird, würde eine weitere Restriktion bringen, vor allem dann, wenn es darum ginge, auch Gesetzestexte zu beraten. Sie könnten jetzt argumentieren, man könne dann natürlich einfach den Donnerstag mit persönlichen Vorstössen füllen. Aber dann gibt es wesentliche Beeinträchtigungen der Flexibilität des Zweikammersystems.

Ich möchte schon auch noch Folgendes erwähnen: Sie versuchen, sich hier einen Traum zu erfüllen, den Sie so nicht verwirklichen können. Den Traum teile ich, und ich teile auch Ihre Ansätze, diesen Traum zu verwirklichen, nämlich eine bessere Vereinbarkeit der Parlamentsarbeit mit anderen Tätigkeiten, sei dies Erziehungsarbeit oder Erwerbsarbeit. In diesem Ziel, das wissen Sie, sind wir uns einig, und vielleicht werde ich in den nächsten Monaten und Jahren auch Gelegenheit haben, diesem Feuer noch etwas mehr nachzugeben, ich hoffe es. Aber das regeln wir nicht, indem wir jetzt einen Freitag wegstreichen. Das regeln wir nicht damit. Das müssen wir damit regeln, dass wir grundsätzlich den Sitzungsrhythmus dieses Parlamentes überdenken. Dann würde die Vereinbarkeit der Parlamentsarbeit mit dem Berufsleben oder der Betreuungsarbeit verbessert - aber nicht, wenn wir jetzt hier der SVP "hinterherhöselen".