Maurer Ueli · Bundesrat · 2017-12-14
Maurer Ueli · Bundesrat · Zürich · 2017-12-14
Wortprotokoll
Herr Bigler hat seine Motion unter anderem damit begründet, dass die Ausgaben für Beratungsmandate in den letzten Jahren stark gestiegen seien. Ich kann Ihnen hierzu die Zahlen nennen. Wir haben für Beratung und Auftragsforschung 239 Millionen Franken im Jahre 2010 ausgegeben, 235 Millionen waren es im Jahre 2016. Der Betrag ist also nicht gewachsen, sondern ganz leicht gesunken. Für Informatikentwicklung, Beratung und Informatikdienstleistungen betrugen die Ausgaben 229 Millionen Franken im Jahr 2010, und 2016 waren es 205 Millionen. Die Ausgaben sind also gesunken; sie sind somit im Beratungsbereich nicht gestiegen. Wir haben hier das gemacht, was Herr Bigler fordert: Wir haben einige Stellen internalisiert und versucht, dieses Wissen in der Verwaltung zu behalten.
Wenn Sie den gesamten Beratungsaufwand anschauen, dann sehen Sie, dass es etwa 440 Millionen Franken sind, die wir dafür in der Rechnung 2016 ausgewiesen haben. Das sind, verglichen mit dem Gesamtpersonalaufwand, etwa 8 Prozent des Personalaufwandes für Dienstleistungen, die wir zugekauft haben.
Es gibt beide Gesichtspunkte: Auf der einen Seite versuchen wir selbstverständlich, Stellen zu internalisieren, also das Wissen in der Verwaltung anzusiedeln, auf der anderen Seite wollen wir aber ganz bewusst auch Wissen von aussen hereinholen. Denn die Durchmischung des Wissens der Verwaltung mit dem Wissen von externen Fachleuten beflügelt die Verwaltung. Wir müssen ja auch aufpassen, dass die Verwaltung nicht zu einer Art Inzuchtbetrieb wird und die guten Leute nur noch unter ihresgleichen verkehren. Die Gefahr, dass es in der Verwaltung oder in einem Grossbetrieb dazu kommt, ist gross, wenn keine Frischluftzufuhr erfolgt. Daher denken wir, dass wir diesen Weg, der zwar lange ist, weitergehen möchten: einerseits internalisieren, das heisst Leute dort hereinholen, wo wir das Wissen dauernd brauchen, andererseits aber auch in Zukunft Beratungsdienstleistungen auswärts einkaufen für Wissen, das wir vorübergehend brauchen, für Spezialwissen, das wir in gewissen Projekten brauchen. Die Mischung, die wir jetzt haben, scheint uns nicht so falsch zu sein.
In einem Betrieb mit 37 000 Leuten und 90 Bundesämtern können Sie nicht alles Wissen integrieren. Der Betrieb sieht zwar gross aus, aber im Einzelfall sind es vielleicht zwei, drei Leute an einem Ort, die dieses Wissen repräsentieren. Da macht es durchaus Sinn, Beratungsdienstleistungen einzukaufen. Die Forderung von Herrn Bigler würde nicht zu einem Wissensgewinn führen, sondern zu einer Verunsicherung und zu Wissensverlust. Wir gehen einen anderen Weg. Die Zahlen, die ich Ihnen genannt habe, zeigen, wie wir unterwegs sind. Wenn Sie hier korrigieren wollen, korrigieren Sie doch jeweils im Budget oder in den Finanzplänen. Wir verfolgen das gleiche Ziel. Aber der Vorschlag Bigler ist zu radikal; wir können ihn so nicht ohne Schaden umsetzen.
Ich bitte Sie, die Motion 16.3399 nicht anzunehmen. Eine ähnliche Motion wurde übrigens vor zwei Jahren im Ständerat ebenfalls abgelehnt.