Jans Beat · Nationalrat · 2018-02-28
Jans Beat · Nationalrat · Basel-Stadt · Sozialdemokratische Fraktion · 2018-02-28
Wortprotokoll
Das ist ein Vorstoss gegen das Bauernsterben. Ich verstehe nicht, warum er von der SVP-Fraktion bekämpft wird. Ich bin gespannt auf die Argumentation. Es geht mir um nichts anderes als darum, das Bauernsterben zu verlangsamen.
Wir haben heute die Situation, dass jährlich etwa 2 Prozent der Betriebe in der Schweiz schliessen. Einer der Hauptgründe dafür ist, dass die Betriebsleiter keinen Nachfolger in der Familie finden. Die Jungen wollen nicht. Was machen sie dann? Sie splitten ihren Hof und verkaufen ihn. Das ist absurd, weil es genauso viele Menschen oder sogar noch mehr gibt, die einen Hof suchen, die ausgebildet werden. Jedes Jahr werden mehr Menschen ausgebildet, die einen Hof übernehmen wollen, als Höfe zugehen. Aber diese Leute finden keinen Hof.
Die Nachfolge wird heute nur für Menschen vorgesehen und wirtschaftlich vereinfacht ermöglicht, die in der Erblinie sind. Für andere, die von aussen kommen, die vielleicht Quereinsteiger aus der Stadt sind, die ein bisschen innovative Ideen haben, wird es heute praktisch verunmöglicht. [PAGE 91]
Was ich jetzt mit diesem Vorstoss versuche, ist, Wege zu suchen, wie man diesen Zustand aufbrechen könnte, wie man die Hofübernahme für Nichtfamilienmitglieder vereinfachen könnte. Das ist die Frage. Es handelt sich um ein Postulat. Ich bitte den Bundesrat, hier Möglichkeiten aufzuzeigen. Es kann sein, dass es nicht geht, es kann sein, dass wir keinen schlauen Weg finden. Aber es kann auch sein, dass es einen Weg gibt. Dann ist das eine gute Sache, und zwar nicht nur deshalb, weil weniger Betriebe zumachen müssen, sondern auch deshalb, weil dann Innovation ermöglicht wird. Dann kommen Leute, die wirklich motiviert sind, Leute, die eine Ausbildung gemacht haben, die sagen: Ich will jetzt einen Hof finden, ich will jetzt einen Hof übernehmen können. Das bringt auch Dynamik in die Landwirtschaft. Das bringt die nötige Erneuerung und Erfrischung.
Deshalb weiss ich, dass der Bundesrat dieses Postulat annehmen will. Diese Frage ist eine Prüfung wert. Deshalb verstehe ich auch nicht, warum das Postulat jetzt abgelehnt werden sollte. Da habe ich für einmal ein Postulat eingereicht und gedacht, das gehe jetzt sicher für alle Parteien in die richtige Richtung. Aber offenbar habe ich mich wieder getäuscht.
Ich bitte Sie trotzdem, diesem Postulat zuzustimmen.