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de Courten Thomas · Nationalrat · 2018-02-28

de Courten Thomas · Nationalrat · Basel-Landschaft · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2018-02-28

Wortprotokoll

In diesem Saal gibt es ein paar heilige Kühe. Eine dieser heiligen Kühe sind Investitionen in [PAGE 110] Innovation und in Bildung. Dennoch erlaube ich mir, hier einmal die These in den Raum zu stellen, dass nicht jeder in die Bildung investierte Franken zwangsläufig und per se auch ein gut investierter Franken sein muss.

Der Einsatz der finanziellen Ressourcen für das Bildungswesen hat in den letzten Jahren auf Bundes- und auf Kantonsebene massiv zugenommen. Die Bildungsausgaben der öffentlichen Hand in der Schweiz sind allein in den letzten zehn Jahren um mehr als 30 Prozent gestiegen und betragen heute rund 35 Milliarden Franken pro Jahr. Gleichzeitig stagnieren die Abschlussquoten an den Schulen. Es besteht ein Mangel an qualifizierten Schulabgängern im Berufsbildungsbereich. Die durchschnittliche Ausbildungszeit bis zum Berufseinstieg verlängert sich zusehends. Die Studienerfolgsquote steigt äusserst bescheiden, und das Ranking unserer Bildungsinstitutionen im nationalen oder internationalen Vergleich zeigt keine wesentlichen Veränderungen.

Damit mehren sich die Befunde, die auf erhebliche Effizienzprobleme im schweizerischen Bildungswesen hinweisen. In der ökonomischen Betrachtung des Bildungswesens gibt es wesentliche Lücken. Diese hängen nicht zuletzt damit zusammen, dass bisher die Datengrundlagen wenig entwickelt sind und es kein aussagekräftiges Monitoringsystem gibt, geschweige denn ein Controlling, ob sich Mehrkosten und erhöhte Investitionen überhaupt lohnen.

Es ist heute in der Bildungsökonomie wohl unbestritten, dass nicht allein das Ausgabenniveau die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung fördert, sondern dass es wesentlich auf die effiziente Allokation der Mittel ankommt, um die gewünschten Effekte zu erzielen. Daher ist es nötig, den Einsatz der Mittel im Zusammenhang mit dem Gesamtsystem auf allen Bildungsstufen zu untersuchen und Aufgaben, Organisation und Strukturen zu hinterfragen. Die Evaluierung und Analyse der diesbezüglichen Problemstellung soll klären, ob die erheblichen Mehrinvestitionen im Bildungsbereich tatsächlich zu einem volkswirtschaftlichen Mehrnutzen führen bzw. wo und wie durch organisatorische und strukturelle Massnahmen Optimierungen erreicht werden können.

In diesem Sinne bitte ich um Zustimmung zu meinem Postulat.

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