Schneider Schüttel Ursula · Nationalrat · 2018-03-01
Schneider Schüttel Ursula · Nationalrat · Freiburg · Sozialdemokratische Fraktion · 2018-03-01
Wortprotokoll
Zuerst zu meiner Interessenbindung: Ich bin Vorstandsmitglied von Fussverkehr Schweiz und bin insofern interessiert an der Förderung des Zu-Fuss-Gehens, aber auch des Velofahrens.
Zu Herrn Tuena möchte ich doch noch vermerken: Ich komme aus einer ländlichen Gemeinde. Dort ist es etwas anderes, als wenn Sie in der Stadt herumfahren. In der ländlichen Gegend sehe ich eher die Autofahrer als Strassenrowdys als die Velofahrerinnen und Velofahrer. Ich bin manchmal erstaunt, wie viele Autos offenbar ohne Blinker unterwegs sind und halt einfach die Richtung wechseln. Nur so viel zu den Strassenrowdys.
Ich denke aber, es geht hier nicht darum, die eine Verkehrsart gegen die andere auszuspielen. Von dem her schätze ich Ihren Ansatz auch, dass für beide Platz sein sollte.
Zur Initiative: Ich begrüsse die Velo-Initiative und die darin enthaltene ausdrückliche Verpflichtung von Bund und Kantonen, nebst den Fuss- und Wanderwegen auch den Veloverkehr zu fördern. Sie haben das heute Morgen schon mehrmals gehört: Je mehr Personen mit dem Velo oder zu Fuss unterwegs sind statt mit dem Auto, umso besser ist der Verkehrsfluss, namentlich in Städten und Agglomerationen, die vermehrt unter dem grossen Aufkommen von Fahrzeugen, von motorisiertem Verkehr zu leiden haben.
Aus Sicht der Fussgängerin - und Fussgänger sind wir ja eigentlich alle, weil auch Sie zu Fuss noch irgendwo hinmüssen, wenn Sie das Auto abgestellt haben - begrüsse ich es aber, wenn für den Veloverkehr mehr gemacht wird. Wichtiger, als für den motorisierten Verkehr Platz zu schaffen, ist es, für den Fuss- und Veloverkehr Platz zu schaffen. Durch die Schaffung von Radstreifen und Velowegen wird nicht nur das Fahren für Velos sicherer, sondern letztlich auch das Gehen für die Fussgänger. Wenn Velofahrerinnen und Velofahrer nicht auf das Trottoir ausweichen müssen, um sich sicherer zu fühlen, haben auch Fussgängerinnen und Fussgänger einen Nutzen davon.
Sie kennen die Situation vielleicht auch aus eigener Erfahrung, wenn Sie allenfalls schon Ihren Kindern den Rat gegeben haben, auf heiklen Strecken aus Sicherheitsgründen doch eher das Trottoir zu benutzen. Das ist unter Umständen legal, aber die Sicherheit der Fussgängerinnen und Fussgänger wird dadurch nicht gefördert. Für diese wird es enger und unsicherer.
Ich ärgere mich oft, wenn in Gemeinden auf den Strassen mehr Platz für Autos geschaffen, aber dabei der Langsamverkehr eingeschränkt oder sogar auf Trottoirs zusammengelegt wird. Es kann nicht die Lösung sein, dass wir Velos und Fussgänger auf dem gleichen Raum zusammenpferchen. Eine Entflechtung der verschiedenen Verkehrsarten ist deshalb nötig - nicht nur auf der Strasse, sondern auch auf den Trottoirs -, um dem Langsamverkehr den nötigen Raum zu geben.
Vor allem dieser Aspekt, aber auch etliche andere, die heute Morgen genannt wurden, veranlassen mich, die Initiative zu unterstützen. Ich bitte Sie, das Gleiche zu tun oder mindestens den Gegenvorschlag zu unterstützen.