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von Siebenthal Erich · Nationalrat · 2018-03-08

von Siebenthal Erich · Nationalrat · Bern · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2018-03-08

Wortprotokoll

Was will meine Motion "Die Aufgabe der Bewirtschaftung von Heimbetriebs- und Sömmerungsflächen als Folge der Rückkehr von Grossraubtieren erfassen"? Der Bundesrat wird beauftragt, die Folgen der Ausbreitung von Grossraubtieren in der Schweiz für die Bewirtschaftung von landwirtschaftlichen Flächen von Heim- und Sömmerungsbetrieben zu dokumentieren. Dazu ist das Jagdgesetz so zu ergänzen, dass die Aufgabe der Bewirtschaftung von Heimbetriebs- und Sömmerungsflächen als Folge der Rückkehr von Grossraubtieren erfasst wird.

Zur Verbreitung der Population von Grossraubtieren wird ein umfassendes Monitoring getätigt. Daher wäre auch die Erfassung der Aufgabe von Sömmerungs- und Heimbetriebsflächen mehr als gerechtfertigt. Die Realität ist, dass Alpen und Flächen im Talgebiet nicht mehr bestossen werden. Ich muss sagen: Die Aussage des Bundesrates, dass dies andere Gründe habe, stimmt höchstens in einzelnen Fällen. Als Präsident des Schweizerischen alpwirtschaftlichen Verbands weiss ich, was die Realität ist. Es gibt Alpen, die klar wegen der Grossraubtiere nicht mehr bestossen werden. Das hat sich auch im letzten Sommer bestätigt. Im Wallis zum Beispiel sind der Dienststelle für Landwirtschaft sieben Alpen bekannt, die nicht mehr bestossen werden. Im Kanton St. Gallen sind ebenfalls in den letzten Jahren mehrere kleine Schafalpen nicht mehr bestossen worden.

Frau Bundesrätin, Sie müssen wissen, dass durch diese verschärfte Situation, mit der sich die Älplerinnen und Älpler auseinandersetzen müssen, bei einigen das Fass zum Überlaufen kommt. Diese Vorkommnisse werden künftig immer häufiger geschehen und dazu führen, dass man die Bewirtschaftung wird aufgeben müssen. Das Risiko und die Ungewissheit, wie man heute seine Tiere wohl antreffen wird, ist für viele Älpler zu gross geworden. Sie haben über Jahrzehnte, sogar über Jahrhunderte mit grossem Einsatz und grosser Freude diese wichtige Arbeit geleistet und die Bewirtschaftung und Offenhaltung dieser Alpen gewährleistet. Es stellt sich die Frage, wer das in Zukunft auf diesen Alpen macht. Auch im letzten Sommer mussten einige Älpler frühzeitig ins Tal zügeln, weil das Risiko für weitere Schäden zu gross geworden war. [PAGE 313]

Meines Erachtens wäre es Aufgabe des Bundes, das Monitoring nicht nur im Bereich der Vermehrung der Grossraubtiere zu tätigen, sondern auch bezüglich der Auswirkungen auf die Alpwirtschaft und die Flächen in der landwirtschaftlichen Nutzfläche. Da frage ich mich schon, welche Strategie der Bundesrat hat und welche Seite er vertritt und wofür er einsteht.

Die Erhebung von Angaben zu diesen Alpen und Flächen ist einfach. Jeder Alpbetrieb und jede Fläche ist durch die Direktzahlungen in den Kantonen registriert. Wenn keine Bewirtschaftung mehr erfolgt, gibt es keine Zahlungen mehr. Das heisst, die Kantone haben diese Angaben, sie müssen beim Bund nur zusammengezogen werden. Der Aufwand wäre also sehr bescheiden.

Im Sinne der Gleichbehandlung auch den Betroffenen gegenüber danke ich Ihnen für die Unterstützung meiner Motion.