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Campell Duri · Nationalrat · 2018-06-04

Campell Duri · Nationalrat · Graubünden · Fraktion BD · 2018-06-04

Wortprotokoll

Auch ich möchte Herrn Capaul zu seinen Leistungen gratulieren und dazu, dass er zu dieser Zahl an Unterschriften gelangt ist. Herr Capaul könnte sehr wahrscheinlich ein gutes Büro in Sachen gutem Politmarketing eröffnen. Herzliche Gratulation!

Trotzdem gehört dieser Text nicht in die Bundesverfassung. Wir können den Leuten draussen nicht etwas empfehlen, das in eine falsche Richtung weist. Wir können nicht etwas fördern, das mehr Arbeit verlangt. Es wurde mehrmals hier gesagt, dass es mehr Arbeit geben würde, sodass es richtig sei, mehr Subventionen zu bezahlen. Dabei hätte das - das weiss ich aus meinen vierzig Jahren Berufserfahrung - gar keinen Mehrwert; das Fleisch hat keinen Mehrwert, auch nicht die Milch. Wo ist der Mehrwert? Kollege Jans meinte, der Mehrwert betreffe das Sozialverhalten unter den Tieren. Das [PAGE 763] glaube ich nicht. Er sagte, die Hörner seien da, um Zeichen zu geben, um die Stärke zu zeigen. Das glaube ich nicht. Die Hörner sind dazu da - so konnte ich bislang sehen -, um ein bisschen mehr kratzen zu können, mehr nicht.

Wir fördern damit, dass grössere, teure Ställe zu erstellen sind. Tiere mit Hörnern brauchen nämlich mehr Platz, was letztlich mehr kostet. Wir hier drinnen wollen doch aber nicht die Haltung in Anbindeställen fördern. In der Agrarpolitik 2014-2017 sprachen wir sehr viel vom Tierwohl. Meiner Meinung nach ist Tierwohl mit der Haltung in Laufställen gleichzustellen.

Es gibt keinen Mehrwert bei den Produkten, wie ich ausgeführt habe. Wenn wir etwas fördern, sollte aber etwas dabei herauskommen. Ich kann aber wirklich nicht erkennen, wo hier etwas mehr herausschaut.

Die 40 Millionen Franken, die es kosten würde, meine ich, müssten wir effizienter einsetzen - bei den Tierwohlprogrammen BTS oder RAUS. Wenn wir wollen, können wir das hier drinnen fördern, auch wenn die Initiative nicht angenommen wird. Lassen wir es uns nicht in die Verfassung schreiben. Wir fördern damit die Gefahr für Mensch und Tier. Kollege Aebi hat ausgeführt, wie gefährlich die Hörner für die Menschen sein können. Ich kann Ihnen sagen: Im Abstimmungskampf könnte man dann emotional und mit unschönen Bildern auftreten. Aber auch für die Tiere sind die Hörner nicht förderlich. Wenn wir 100 Kühe auf die Alp treiben, braucht es drei, vier Tage, bis die Rangordnung erkämpft ist. Oder auch beim Einstallen: Wie viele Kühe verlieren wir durch Hornstösse ins Euter? Das ist nicht zu unterschätzen!

Es wird immer nur von Kühen und Rindvieh gesprochen; sprechen wir mal von den Ziegen. Ich kann Ihnen sagen: All die Ausführungen, die Herr Jans über Kühe gemacht hat, stimmen bei den Ziegen gar nicht. Die Ziegen sind ein bisschen zickig im Stall, wenn sie frei sind. Sie müssen das mal beobachten. Das ist nicht zu unterschätzen. Es wird viel von Sympathie, Schönheit und diesem und jenem gesprochen. Zum Glück sind schön und hässlich relativ.[GZ]

Darum empfehle ich Ihnen, die Initiative zur Ablehnung zu empfehlen.