Bühlmann Cécile · Nationalrat · 2002-06-18
Bühlmann Cécile · Nationalrat · Luzern · Grüne Fraktion · 2002-06-18
Wortprotokoll
Die Neuzuwanderung hat mit der Einbürgerung überhaupt nichts zu tun. Die Neuzuwanderung erfolgt über ganz andere Mechanismen. In den Neunzigerjahren gab es eine Wirtschaftskrise und deshalb weniger neu Zugewanderte. Im Moment wachsen die Zahlen wieder an, weil die Wirtschaft wieder anzieht. Der Familiennachzug ist ein Kriterium dafür, dass die Leute in die Schweiz einwandern; die Familiengründung ist ebenfalls ein Kriterium, jede vierte Ehe in der Schweiz wird mit einem Partner ausländischer Herkunft geschlossen; zwölf Prozent der Studierenden, die an Schweizer Universitäten studieren, sind ausländischer Herkunft. Das sind die Zugangsmöglichkeiten zur Schweiz, und die sind unabhängig von der Frage der Einbürgerung. Wenn wir erleichtert und schneller einbürgern, machen wir nichts anderes, als den Leuten, die lange hier sind, den Zugang zu den politischen Rechten zu ermöglichen. Selbstverständlich würde dann in der Folge die Quote sinken. Aber man kann doch nicht sagen, dass mehr einwandern, wenn wir mehr einbürgern. Das ist ein Trugschluss - das behaupten Sie immer wieder -, der durch Wiederholungen nicht richtiger wird.