Banga Boris · Nationalrat · 2002-06-19
Banga Boris · Nationalrat · Solothurn · Sozialdemokratische Fraktion · 2002-06-19
Wortprotokoll
Ich bitte Sie im Namen der SP-Fraktion ebenfalls dringend, den Antrag der Minderheit Schlüer - er gilt für die Artikel 2, 4 und 5 - abzulehnen.
Hier haben wir wieder ein typisches Beispiel: Herr Kollege Schlüer und seine Mitkämpfer sind irgendwo zwischen Hartmannsweilerkopf und Verdun stehen geblieben, sie plädieren wieder für eine Massenheer.
1. Auf der ganzen Welt gibt es Reserven. Reserven verfügen bekanntlich nicht über das neueste Material, aber sie haben immerhin noch das Material, auf dem sie ausgebildet worden sind.
2. Die Durchdiener sind bei dieser Reserve, und deshalb haben wir auch eine Durchhaltereserve. Nur so sind eine Ablösung und ein Ablösungssystem auch möglich. Deshalb braucht es für die Reserven auch kein weiteres Material.
3. Wenn man zu wenig Geld hat, Herr Kollege Schlüer, so kann man die Armee eben nicht auf einem Bestand von 220 000 Männern und Frauen belassen.
4. Die Erfahrung zeigt, dass Reservisten innert kürzester Zeit wieder einsatzfähig sind. Als Beispiele lassen die USA und Grossbritannien grüssen.
Damit es noch klarer wird: Die Annahme der Anträge der Minderheit Schlüer würde bedeuten, dass wir zwölf statt sechs Wiederholungskurse machen müssten oder dass wir wieder zum Zweijahresrhythmus zurückkehren würden. Der Kompaniekommandant hätte doppelt so viele Leute unter seiner Kontrolle und hätte sie zu verwalten. Die Leute würden nicht in den Dienst kommen. Vor allen Dingen ist für mich Folgendes komisch: Das Modell Schlüer ist nicht durchsichtig, lehnt Herr Schlüer doch das Durchdienermodell und die damit abgestufte Bereitschaft ab. Die "Armee Schlüer" ist nicht finanzierbar, und ich kann mit seinen Worten sagen: Sie ist ein noch grösseres Phänomen als das, was er behauptet hat - nicht einmal das Gegenteil seiner Meinung ist richtig.