Germann Hannes · Ständerat · 2018-06-06
Germann Hannes · Ständerat · Schaffhausen · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2018-06-06
Wortprotokoll
Ich kann nahtlos an die Voten meiner drei Vorredner anschliessen. Ich bitte Sie auch, diese Motion anzunehmen. Es muss in diesem Bereich etwas passieren, auch wenn wir vielleicht Differenzen haben, ob es dann so weit gehen muss, wie Kollege Bischofberger am Ende ausgeführt hat.
Mir liegt daran, dass eine Verakademisierung dieser Berufslehrgänge auf jeden Fall vermieden werden kann. Ich glaube, darin sind wir uns letztlich einig. Ob es ein eigenes Gesetz dafür braucht, das können wir zum jetzigen Zeitpunkt völlig offenlassen. Wichtig ist, dass das Anliegen mit der Motion Fetz jetzt auf die Schiene kommt. Wir nehmen zur Kenntnis, dass im Schwesterrat immerhin ein ähnlich gelagertes Anliegen einstimmig platziert worden ist.
Ich finde, wer in diesem Land eine Berufsausbildung absolviert hat, verdient auch einen Abschluss, der ihm den notwendigen Respekt verschafft, wenn die Qualität stimmt. Die Qualität muss natürlich stimmen, das ist klar. Aber auch diese höheren Fachschulen sind darauf angewiesen, dass die Titel und Abschlüsse ihrer Bildungsgänge national und auch international aussagekräftig sind.
Einfach noch ein Beispiel aus meinem persönlichen Umfeld: Mir sagte einmal ein Bauunternehmer, der internationale Aufträge ausführte, er habe seinen HTL-Ingenieur, einen exzellenten Bauführer und Architekten, nicht auf die Baustelle im Ausland schicken dürfen, weil dort ein Bachelor oder ein Master verlangt worden sei. Das wäre inzwischen die Stufe der Fachhochschule. Aber auch mit dieser Nachhomologierung hat sich die Eidgenossenschaft ungewöhnlich schwergetan, und so erschweren wir es unseren Leuten, international Gegenrecht zu halten.
Wenn ich umgekehrt sehe, was alles mit welchen Abschlüssen aus dem Ausland bei uns auf dem Arbeitsmarkt auftaucht, dann graut mir. Und ich finde es für einen Schweizer Berufsabsolventen mit höherer Fachbildung wirklich mehr als deprimierend, dass er sich noch fast rechtfertigen muss, obwohl er de facto am Arbeitsplatz eigentlich mehr bringt als der mit dem pro forma viel höheren Diplom.
Ich bitte Sie einfach, diesen jungen Leuten etwas pragmatisch auch gerecht zu werden und diesen Berufsweg auch weiterhin attraktiv zu halten; denn das sind wertvolle Leute, die Berufserfahrung einbringen, gepaart mit zusätzlichem Fachwissen und allenfalls auch Führungseigenschaften. Das sind wertvolle Dinge, und die sollten wir auch entsprechend wertschätzen.[GZ]
Ich bitte Sie um Annahme der Motion Fetz. [PAGE 428]