Campell Duri · Nationalrat · 2018-06-07
Campell Duri · Nationalrat · Graubünden · Fraktion BD · 2018-06-07
Wortprotokoll
Mit meinem Postulat möchte ich den Bundesrat beauftragen, den Handlungsspielraum auf Stufe Bund hinsichtlich der finanziellen Unterstützung von obligatorischen Schulsportlagern zu prüfen. In einem entsprechenden Bericht soll insbesondere aufgezeigt werden, welche Möglichkeiten im Rahmen der Programme "Jugend und Sport" sowie "Jugend und Musik" bestehen, um obligatorische Schulsportlager verstärkt zu unterstützen.
In meiner Begründung weise ich auf den Bundesgerichtsentscheid von Ende 2017 zum Volksschulgesetz des Kantons Thurgau hin. Er beschränkt die Kostenbeteiligung der Eltern an obligatorischen Exkursionen und Lagern allein auf die Verpflegungskosten. Dementsprechend darf die Kostenbeteiligung der Eltern neu maximal nur noch 80 Franken pro Lagerwoche betragen. Bisher durften im Kanton Thurgau gemäss Verordnung von den Eltern 200 Franken für obligatorische Lagerwochen und 300 Franken für obligatorische Schneesportlager erhoben werden. Der Bundesgerichtsentscheid strahlt zweifellos auf die ganze Schweiz aus.
In der Stellungnahme des Bundesrates lese ich, dass der Bundesrat der Auffassung ist, "dass kulturelle und sportliche Aktivitäten im Rahmen von Lagern und Ausflügen für Kinder und Jugendliche von grosser pädagogischer Bedeutung sind. Allerdings sind gemäss Bundesverfassung die Kantone für das Schulwesen zuständig, und der Handlungsspielraum des Bundes in Bezug auf die Unterstützung derartiger Aktivitäten ist deshalb begrenzt."
Der Bundesgerichtsentscheid hat grosse Unsicherheit bei Schulverbänden und Lehrern ausgelöst. Es gibt einen viel grösseren Aufwand, solche Lager zu organisieren, weil die Schulverbände oder die Lehrer zuerst bei verschiedenen Orten schauen müssen, ob sie Geld erhalten, dies mit den Eltern absprechen müssen und erst dann diese Lager organisieren können. Ebenfalls schreibt man überall, dass diese Lager pädagogisch wichtig seien, sei es für das soziale Zusammenleben, sei es für die Integration oder auch für das Zusammenleben von Jugendlichen.
Erinnern Sie sich noch, als Sie als Jugendliche in die Lager fuhren? Früher war es ein- bis zweimal im Jahr. Erinnern Sie sich, wie das war, das erste Mal von zu Hause, von den Eltern wegzugehen, auf Reise, vielleicht in eine andere Region, in die Berge zu fahren, mit den Kolleginnen und Kollegen zu kochen, zum Teil die ersten Liebschaften hinter sich zu bringen? Und ich als Bergler konnte diesen Leuten aus dem Unterland begegnen.
Ich konnte als Skischulleiter einige solche Jugendlager organisieren. Ich stellte fest, dass der Austausch zwischen den Unterland- und den Bergkindern eine gute Sache ist; ich habe gute Erinnerungen daran. Es gab gute Austauschmöglichkeiten, man konnte voneinander wirklich profitieren.
Ich gebe zu, ich fördere natürlich den Wintersport. Aber lassen wir uns diese schönen Sachen nicht nehmen! Ich bitte Sie, unterstützen Sie mein Postulat, damit wir vom Bundesrat eine Auslegeordnung erhalten.