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Dobler Marcel · Nationalrat · 2018-06-07

Dobler Marcel · Nationalrat · St. Gallen · FDP-Liberale Fraktion · 2018-06-07

Wortprotokoll

Wie Sie wissen, hat die Schweizer Armee einen Offiziersmangel. Wie macht man also die Armee attraktiver für Milizoffiziere? Milizoffiziere haben, wie Sie wissen, eine sehr hohe Belastung, auch im Privaten. Ich habe vor eineinhalb Jahren einen Milizoffizier kennengelernt, einen wahren Leuchtturm eines Milizoffiziers. Er hat das Problem, dass er privat sehr viel Zeit in die Arbeit für das Militär investieren musste. Weil er einen IT-Hintergrund hat, hat er dann eine Lösung programmiert, die nachweislich seinen Zeitaufwand für Dienstverschiebungsgesuche und Urlaubsgesuche um 80 Prozent reduziert hat.

Ich fragte mich dann, warum nicht jeder Milizoffizier eine solche Lösung nutzen kann. Diese Lösung wurde dann geprüft. Sie ist hochprofessionell und könnte auch übernommen werden. Ich habe dann diverse Abklärungen gemacht. Zu dieser Zeit gab es weder in der Verwaltung eine solche Lösung, noch wurden Diskussionen über eine solche Lösung geführt. Es war nichts geplant. Die Stellungnahme des Bundesrates ist sehr irreführend. Mil-Office hat überhaupt nichts mit Urlaubsgesuchen zu tun. Die Stellungnahme des Bundesrates besagt, dass im nächsten Jahr mit einer solchen Software gestartet wird. Bloss: Warum beantragt er die Ablehnung dieses Vorstosses, wenn die Software aufgrund dieses Vorstosses entstanden ist? Vorher gab es gar nichts.

Laut Rücksprache mit dem besagten Milizoffizier wurde er nicht involviert. Das Know-how, jahrelange Erfahrungen in diesem Bereich wurden ignoriert. Alle Beteiligten wissen genau, wer er ist. Ich habe in diesem Bereich fünfzehn Jahre Erfahrung. Ich kann nicht nachvollziehen, wie man einen solchen Know-how-Träger nicht einbeziehen kann. Es muss mit der Miliz zusammengearbeitet werden, nicht gegen die Miliz.

Nehmen Sie diesen Vorstoss an, weil es ihn für die Milizoffiziere braucht und weil das Know-how der Milizoffiziere nicht einfach ignoriert werden darf.