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Fetz Anita · Nationalrat · 2002-06-19

Fetz Anita · Nationalrat · Basel-Stadt · Sozialdemokratische Fraktion · 2002-06-19

Wortprotokoll

Ich kann Ihnen die Zustimmung der SP-Fraktion zu diesem "alpenländischen Fussballpakt" mitteilen. Mehr noch: Die SP-Fraktion ist begeistert von der Doppelkandidatur Schweiz/Österreich für die Euro 2008 und drückt fest die Daumen, damit wir auch den Zuschlag bekommen.

Wir betrachten den Leistungssport als wichtigen Impulsgeber für den Breitensport und den Sport generell als Teil der Kultur. Dabei ist Fussball nicht nur die beliebteste Sportart - nicht nur in der Schweiz -, sondern sozusagen die schönste Nebensache der Welt. Noch wichtiger ist aber: Fussball bietet die beste Chance zur Integration aller Gesellschaftsschichten, insbesondere natürlich von Jugendlichen. Ich muss Ihnen persönlich sagen: Für mich ist es immer noch die schönste Beschäftigung für Männer, wenn sie auf einem Sportplatz einem Ball hinterherrennen und sich von ihrer besten Seite zeigen können. (Heiterkeit)

Wir engagieren uns natürlich nicht nur aus sportlichen oder ästhetischen Gründen für die Kandidatur, sondern auch, weil es eine einzigartige Chance für die Schweiz ist, wenn wir die Euro 2008 austragen können. Eine bessere Image- und Standortkampagne und Gelegenheit werden wir kaum mehr erhalten. Sie ist weit wirksamer und erst noch günstiger als alle Aktivitäten von "Präsenz Schweiz".

Wir wünschen uns aber auch noch ein paar flankierende Massnahmen, zum Beispiel den Zugang für Behinderte, der in den neuen Stadien gewährleistet ist. Wir wünschen uns auch eine Gewaltpräventionskampagne für Jugendliche; eine entsprechende Motion haben wir in dieser Session eingereicht, weil wir dieses Geschäft nicht damit belasten wollen.

Den Antrag Weyeneth finden wir eigentlich gut, und ich kann Ihnen sagen: Im Stadion St. Jakob in Basel haben wir das gemacht, und es hat sich sehr bewährt.

Ich denke, das Geld ist nicht so entscheidend; es handelt sich ja um einen minimalen Beitrag. Wichtig ist die geschlossene politische Zustimmung zu diesem Geschäft. Sie ist ein wichtiger Steilpass für die Chance unserer Kandidatur zusammen mit Österreich, denn - das ist natürlich klar - die Konkurrenz der anderen sechs Kandidaten ist gross. Ich hoffe natürlich, dass wir im Dezember das Goal schiessen und auch gewinnen, wenn die Uefa entscheiden wird.

Darüber hinaus habe ich noch eine kleine persönliche Hoffnung: Wenn man die Leistungen unserer U17- und U21-Mannschaften in den letzten Monaten verfolgt hat, kann man doch langsam wieder hoffen, dass auch der Schweizer Fussball endlich wieder einmal international mithalten kann. Der Nachwuchs scheint wirklich top zu sein, und es wäre ganz toll, wenn er bei der Euro 2008 in der Schweiz antreten könnte.