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Galli Remo · Nationalrat · 2002-06-19

Galli Remo · Nationalrat · Bern · Christlichdemokratische Fraktion · 2002-06-19

Wortprotokoll

Ich hatte in anderen Sportarten mehr Erfolg als im Fussball, wo es mir nicht, wie Herrn Cina, ins Fanion-Team von YB reichte, sondern nur zu Juniorenvorspielen im Wankdorf und zu einem Spiel in Dublin, wo mir ein Spieler zum dritten Mal die Hand brach - schon damals.

Trotzdem stehe ich hinter der Sportart des zweitgrössten Sportverbandes, d. h., ich stehe für die Kandidatur Schweiz-Österreich für die Fussball-Europameisterschaft ein. In diesem Fall stehen ich und die CVP-Fraktion für den überraschend zielgerichteten Bundesbeitrag des VBS für die Bautätigkeit im Betrag von 1 Million Franken ein, der ja intern verbucht wird. Ich begrüsse es sehr, dass eine halbe Million Franken für Präventionskampagnen im Sinne der Gesundheitsförderung eingesetzt wird, eine ebenso originelle wie sinnvolle, ungewohnte Aktion. Das Finanzierungskonzept ist ja beachtenswert geschickt angelegt, sodass die Bundes- und Kantonsbeiträge gegenüber Staatsofferten anderer Länder ein Minimum darstellen, mehr einen symbolischen Charakter haben.

Dass Sport und Fussball wertvoll sind für die Gesundheit, für die Kollektivschulung, als Lernplatz für Disziplin und Selbstdisziplin und für die Entspannung neben dem Beruf, ist allgemein bekannt. Die Bundesverfassung beinhaltet zudem ja [PAGE 1043] auch die Sportförderung. Im Hinblick auf die Kritik gegenüber dem Spitzensport, welche bei internationalen Meisterschaften betrieben wird, möchte ich nebst dem, dass Sport auch ein Teil der Kultur ist, als Vergleichsbeispiel zu bedenken geben: Auch das Dorftheater braucht das Stadttheater zur Orientierung bzw. als Massstab, und so braucht auch der Breitensport den jeweiligen Spitzensport.

Grossanlässe sind für uns von eminenter Bedeutung als Faktor der Standortpromotion Schweiz, als äusserst geeignetes Imagemittel für die Schweiz - wir erlebten es eben erst mit den U21-Europameisterschaften. Unser Föderalismus macht es uns im Gegensatz zu anderen Ländern mit Staatsinterventionen und Staatshilfen schwerer, wirtschaftliche, politische und sportliche Grossanlässe zu organisieren und konkurrenzfähig anzubieten.

Anlässe wie Europameisterschaften, Weltmeisterschaften, das WEF, aber auch - da mache ich schon jetzt Werbung - die Olympischen Spiele Bern-Montreux, für die wir dann auch Ihre Hilfe brauchen, sind wichtig. Sie schaffen die Chance, Infrastrukturen zu koordinieren und zu optimieren, und schliesslich wecken sie mehr Interesse an unserem Land. Es ist deshalb wichtig, dass bei solchen Grossanlässen nicht nur Sport, sondern eine integrierte Standortpolitik zusammen mit Schweiz Tourismus, SRG, Swissinfo, Osec, den Hubs usw. gemacht wird. Bedenkt man den kleinen Bundesbeitrag von effektiv 1,5 Millionen Franken und die geschätzten Einnahmen von mindestens 10 Millionen Franken aus Mehrwertsteuererträgen, so sieht man: So billig, wie wenn wir jetzt zustimmen, kommt die Schweiz nicht häufig zu Einnahmen.

Zum Antrag Weyeneth: Persönlich habe ich für diesen Antrag Sympathien. Wir haben im Energiegesetz an und für sich Gelder gesprochen. Wir können sie fokussieren und in der Sportpolitik die richtige Flanke treten, damit die Sportstadien in Bern und Genf und auch andere Sportstadien Alternativenergie erhalten und sinnvoll ausgerüstet werden.