Fetz Anita · Ständerat · 2018-06-14
Fetz Anita · Ständerat · Basel-Stadt · Sozialdemokratische Fraktion · 2018-06-14
Wortprotokoll
Im Gegensatz zu Kollege Lombardi bin ich eine ganz einfache Konsumentin, aber dafür auf allen Kanälen. Ich möchte mich nicht vertieft zur Motion Vonlanthen äussern - ich denke, der angesagte Rückzug ist richtig und mehr als sinnvoll, weil wir ja anhand des neuen Gesetzes die medienpolitische Debatte führen werden. Darum werde ich mich dann zu gegebener Zeit dazu äussern.
Ich melde mich, weil mir eine Bemerkung von Kollege Eder ins Ohr gefallen ist. Er hat gesagt, die SRG habe die Zeichen der Zeit verstanden. Da bin ich nicht so sicher. Die Vorgabe des Bundesrates, 100 Millionen Franken einzusparen, ist bei einem solch grossen Betrieb ein gutes Vorhaben. Diese Vorgabe soll auch umgesetzt werden. Aber das Vorhaben, das Radiostudio Bern zu schliessen, ist für mich ein No-go. Man spart nicht 100 Millionen, indem man an der Front abbaut, dort, wo die Produktion stattfindet, dort, wo die Flaggschiffe "Echo der Zeit" und "Rendez-vous am Mittag" entstehen, welche die Leute toll finden und unterstützen - nachdem man eine Abstimmung mit dem Argument gewonnen hat, dass man in den Regionen sehr verankert sei.
Diese Debatte ist für mich als Nichtbernerin eine Gelegenheit, zuhanden des Managements in Leutschenbach deutsch und deutlich zu sagen: So geht es nicht! In Leutschenbach hat es im mittleren und oberen Bereich genug Potenzial für Sparmassnahmen. In einem so grossen Betrieb findet man die Sparorte meistens im mittleren und oberen Managementbereich und nicht an der Front, wo produziert wird. Ich glaube, man muss der SRG - das ist mindestens meine Absicht - mal deutsch und deutlich sagen: Wenn ihr wollt, dass eure Interessen auch medienpolitisch im neuen Gesetz, das wir dann beraten werden, vertreten werden, dann hört mit solchen Sachen auf! Ihr habt vor der Abstimmung versprochen, dass es zuhanden der Zuschauerinnen und Zuschauer, der Hörerinnen und Hörer wichtig ist, in den Regionen vertreten zu sein. Jetzt bemerken wir, dass ihr alles nach Leutschenbach ziehen wollt. Das ist in Gottes Namen nicht der Nabel der Welt. Ich finde es gut, wenn Kollege Vonlanthen seine Motion zurückzieht. Die Debatte werden wir beim neuen Gesetz führen. Bis dann erwarte ich, dass die SRG auf diesen Entscheid zurückkommt.