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Trede Aline · Nationalrat · 2018-09-11

Trede Aline · Nationalrat · Bern · Grüne Fraktion · 2018-09-11

Wortprotokoll

Ich versuche, mich auch kurzzuhalten. Die Kommissionssprecher haben ja schon sehr vieles sehr gut erläutert.

Sport soll fair und sauber sein, da sind wir uns hier drin einig. Es geht hier jetzt vor allem um die Sportwetten. Aber wir haben dann doch schon auch noch Diskussionsbedarf, wenn es ein bisschen weiter gehen soll.

Sport hat für uns verbindenden Charakter. Sport integriert auch. Oft haben Sportveranstaltungen, vor allem grosse Sportveranstaltungen, auch einen völkerverbindenden Charakter. Leider wurden Grossveranstaltungen oft schon, in der Vergangenheit und bis heute, als Machtinstrument oder auch politisch missbraucht.

Das vorliegende Übereinkommen des Europarates gegen die Manipulation von Sportwettbewerben hat, wir haben es gehört, die Wettkampfmanipulation im Fokus. Es sagt aber auch ganz klar, dass allen Arten von Wettkampfmanipulation der Kampf angesagt werden soll, nicht nur der Wettkampfmanipulation im ganz engen Sinn. Das ist für uns ein sehr wichtiger Schritt. Es ist ein erster Schritt. Ich sehe auch die Argumente von Kollege Wasserfallen. Es ist natürlich vorerst ein kleiner Schritt. Aber er ist trotzdem sehr wichtig.

Wir Grünen werden uns aber auch weiterhin für eine faire und saubere Vergabe von Spielen, von Olympischen Spielen und von Weltmeisterschaften und weiteren Grossanlässen, einsetzen. Denn es kann unserer Meinung nach nicht sein, dass sich die Bevölkerung, dass sich die Fans, dass wir uns jedes Mal fragen müssen, ob man diesen Grossanlass wirklich mit Freude verfolgen kann, ob man dieses WM-Spiel jetzt schauen darf oder ob man es eher boykottieren sollte. Das ist bei der Vergabe so, das ist aber auch bei jedem Spiel so, wenn [PAGE 1239] ich mich fragen muss, ob jetzt die Spielerin und der Spieler wirklich auf dem Platz sind, weil sie gewinnen wollen, oder nur, weil sie Geld verdienen, wenn sie sich zum Beispiel für einmal etwas schlechter anstellen. Da geht es darum, dass wir wirklich faire Bedingungen herstellen. Deshalb ist dieses Übereinkommen ein erster kleiner Schritt.

Wir finden auch, dass Sportlerinnen und Sportler eine Vorbildfunktion haben, sei es für uns oder sei es für jüngere Generationen. Auch die Schweiz hat eben eine Vorbildfunktion. Wir haben schon mehrmals von Magglingen gehört. Magglingen ist schon in der Nähe des Bundeshauses. Dieses Übereinkommen wurde dort gestartet. Für uns ist deshalb ganz klar, dass die Schweiz eines der ersten Länder sein muss, die dieses Übereinkommen auch ratifizieren, natürlich nach dem heutigen Entscheid. Ich sehe es ein bisschen weniger pessimistisch. Das Übereinkommen ist ein Anfang. Die Schweiz muss von Anfang an dabei sein. Wir sind ein wichtiges Land für den Sport, für Grossanlässe, für den internationalen Sport, und wir sind ein neutrales Land. Wir müssen hier wirklich vorangehen.

Die grüne Fraktion wird natürlich ganz klar zustimmen.