Dobler Marcel · Nationalrat · 2018-09-20
Dobler Marcel · Nationalrat · St. Gallen · FDP-Liberale Fraktion · 2018-09-20
Wortprotokoll
Wie sinnvoll ist es, dass die Schweiz jährlich 1700 Hochschulabgänger aus Drittstaaten hat und davon lediglich 10 Prozent im Inland bleiben dürfen? Davon sind über 1000 aus den Mint-Fächern, wo ein ausgewiesener Fachkräftemangel besteht. Dies ist ein grober volkswirtschaftlicher Fehler. Bereits im Jahr 2010 wurde anerkannt, dass ausländische Hochschulabsolventen wichtige Fachkräfte für den Schweizer Arbeitsmarkt sind und dass es nicht sinnvoll ist, deren Ausbildung zu finanzieren, ohne dass der Schweizer Arbeitsmarkt danach von ihnen in jedem Fall profitieren kann.
Deshalb fordere ich in meinem Vorstoss, dass in der Schweiz ausgebildete Spezialisten das Land nicht verlassen müssen, weil die Kontingente in den Kantonen oder beim Bund ausgeschöpft sind oder die Prozesse einfach so kompliziert sind, dass sie für diese Personen oder auch für KMU unzumutbar sind. Die sogenannten Vereinfachungen genügen nicht. Das zeigen die Zahlen und auch Meldungen von Betroffenen. Die [PAGE 1507] Schweiz verliert sonst weiterhin rund 90 Prozent der hier ausgebildeten Fachkräfte. Diese Leute sind aber bereits gut integriert und können sich als spezialisiertes Personal sofort im Unternehmen einbringen. Zudem treiben viele ausländische Hochschulabsolventen oftmals nach ihrem Studium innovative Projekte als Start-ups voran - genau die Art von Innovation, die die Schweiz braucht. Deshalb fordere ich, dass Abgänger aus Drittstaaten, gerade in Bereichen mit ausgewiesenem Fachkräftemangel in Mint-Berufen, künftig einfach und unbürokratisch in der Schweiz bleiben dürfen, sodass die Schweizer Volkswirtschaft von dem investierten Geld auch profitieren kann. Anders als der Bundesrat in der Antwort schreibt, ist dies in der Praxis nach wie vor ein Problem. Deshalb braucht es hier zwingend eine Ausnahme.
Ich bitte Sie, die Motion für eine volkswirtschaftlich sinnvolle Investition gutzuheissen.