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Hegglin Peter · Ständerat · 2018-09-25

Hegglin Peter · Ständerat · Zug · CVP-Fraktion · 2018-09-25

Wortprotokoll

Nachhaltigkeit ist in aller Munde. Heute haben Sie die Chance, den Worten Taten folgen zu lassen. Die Milchbranche hat gehandelt. Hier meine Interessenbindung: Ich bin Präsident der Branchenorganisation Milch. Ich kann Ihnen sagen, dass da nicht nur Landwirte und Milchproduzenten dabei sind, sondern eben auch Verarbeitungsbetriebe und Vertreter des Detailhandels.

Die Milchbranche hat schon vor drei Jahren begonnen, eine Mehrwertstrategie zu erarbeiten. Inzwischen ist der Standard beschlossen und am 13. September kommuniziert worden. Ab Juni nächsten Jahres soll dieser Standard umgesetzt werden. Tierwohl, Begrenzung von Tierarzneimitteln, schonender Umgang mit der Natur, Biodiversität und ökologischer Leistungsnachweis sind Voraussetzungen und wichtige Pfeiler dafür. Das heisst Futterproduktion vor allem aus Raufutter aus der Region, Fütterung vor allem mit einheimischen Komponenten. Wenn dann trotzdem noch Futter zugekauft werden muss, dann aus vertrauenswürdiger Quelle, das heisst zum Beispiel Soja aus zertifizierter nachhaltiger Produktion.

Die Branche hat dann auch beschlossen, ganz auf die Fütterung von Palmfett und Palmöl zu verzichten. Die Gründe sind klar: Nachhaltigkeit sollte in der ganzen Kette gewährleistet werden. Berichte und Hinweise haben Sie ja in den Medien und auch heute Morgen schon genug bekommen.

Wenn Sie jetzt die Motion Grin, die Standesinitiativen Thurgau und Genf ablehnen, besteht das Risiko - und es wird grösser -, dass billige Futterkomponenten in die Futterkette gelangen und unsere Mehrwertstrategie unterlaufen. Urwald roden, um Futter für unsere Kühe zu produzieren, dann dieses Futter über weite Strecken transportieren und gleichzeitig bei uns Futterflächen stilllegen, ich glaube, das kann nicht der Weisheit letzter Schluss sein.

Ergänzend: Die Importe sollen ja nicht verboten werden, wenn Sie diese Vorstösse annehmen. Sie werden einfach von Zollvorteilen ausgeschlossen. Es geht einzig um das. Der Veredelungsverkehr wird ja auch nicht davon betroffen sein. Denn der Veredelungsverkehr ist heute schon möglich und sollte auch in Zukunft möglich sein.

Aus diesen Gründen empfehle ich Ihnen, die Motion Grin anzunehmen, der Standesinitiative Thurgau und vor allem der Standesinitiative Genf Folge zu geben. Die Motion der APK geht mir zu wenig weit.