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AB 236075

Schneider-Ammann Johann N. · Bundesrat · Bern · 2018-09-26

Wortprotokoll

Ich wollte der Landwirtschaft etwas Gutes tun. Die Sparübung kann man mit dem Rasenmäher machen, indem man bei allen zwölf Einheiten der Agroscope einfach ein paar Millionen Franken wegnimmt und damit ihre Leistungsfähigkeit beschneidet. Ich habe im engsten Kreis erklärt, dass es bessere Rezepte gibt. Ich habe mir zugetraut, dass ich sie kenne, und habe ein Projekt skizziert, wonach man zuerst investiert, konzentriert, eine Benchmark macht, um bei den Besten zu sein, und dann das Ganze hinauffährt. Dazu braucht es etwa zehn Jahre Zeit. Am Schluss kann man Kosten sparen, weil man effizienter geworden ist. Es war von Anfang an nicht so, dass das Projekt nur an einem einzigen Ort hätte umgesetzt werden sollen. Der Kern der Wissenschaft wäre an einem Ort konzentriert gewesen, aber die Pflanzplätze wären selbstverständlich da geblieben, wo sie sind.

Nun, die ganze Geschichte ist publik geworden; die ganze Geschichte hat Ängste ausgelöst. Ich bedaure das sehr. Ich habe mich auch in Tänikon letzte Woche dafür entschuldigt und habe angekündigt, dass wir bei diesem Projekt an der Arbeit bleiben, dass wir rasch ein fertiges Projekt präsentieren wollen, damit darüber entschieden werden kann, ob das nicht doch vielleicht eine Zukunftsidee sein könnte. Die Stakeholder würden selbstverständlich mit einbezogen. Ich sehe selbstverständlich, dass der Widerstand gross ist, und der Aufwand, um festgefahrene Meinungen ins Gegenteil zu kehren, wird anspruchsvoll sein. Ich leiste jetzt in den kommenden drei Monaten noch meinen Beitrag. Noch einmal: Es geht mir darum, der Landwirtschaft auf die Sprünge zu helfen für die nächste und die übernächste Generation. Wir haben Handlungsbedarf; das ist, glaube ich, unbestritten.

Ich weiss, dass die Meinungen gemacht sind, wenn es um die Motion geht. Ich lege hier einzig Wert darauf, dass sie es, wenn wir im Hintergrund an einer Alternatividee arbeiten, nicht als Angriff empfinden, sondern dass Sie dies in Ihren Überlegungen als Möglichkeit sehen, in absehbarer Zeit zwei Systeme miteinander zu vergleichen, sich eine Meinung zu bilden und dann selbstverständlich darüber zu entscheiden. Damit ist das, was man im Moment sagen kann, gesagt.

Die Belegschaft an den zwölf Standorten will ich noch in zwei, drei Sätzen ansprechen: Bitte, wir haben erklärt, wie wir es verstehen wollen. Wir haben erklärt, dass vorerst gar nichts ändert und die Agroscope sich im Rahmen ihres herkömmlichen Auftrages bewegt. Wir wollen sie in einem Zehnjahres-Zeithorizont in eine etwas zeitgerechtere Struktur führen. Das betrifft den Einzelnen am einzelnen Standort indirekt wahrscheinlich schon, direkt aber nicht unbedingt, denn es geht über Fluktuationen, es geht über Neueinstellungen, es geht über Alternativen, es geht über einen ganz normalen Personalbewirtschaftungsprozess. Sie bei der Agroscope sind höchstqualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, wir zählen auf Sie, und Sie können auf uns zählen. Wir machen in den nächsten Wochen ganz schnell klar, wie es weitergehen soll, sodass die Unsicherheit zum Verschwinden gebracht werden kann.

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