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Dettling Marcel · Nationalrat · 2018-09-26

Dettling Marcel · Nationalrat · Schwyz · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2018-09-26

Wortprotokoll

Einmal mehr wird hier von linker Seite versucht, die Schweizer Landwirtschaft zu schwächen. Das Pflanzenschutzmittel Glyphosat wird einmal mehr dämonisiert. Das Kesseltreiben findet bereits seit Monaten statt. Es wird mit vielen Ängsten und Halbwahrheiten operiert. Es werden laufend Studien in Auftrag gegeben, und wenn das Resultat nicht passt, wird wieder eine Gegenstudie in Auftrag gegeben. Nun will man mit diesem Postulat noch einen weiteren Bericht.

Ich kann Ihnen skizzieren, was es heisst, wenn wir das Pflanzenschutzmittel Glyphosat nicht mehr verwenden dürfen. Wir müssen die Unkrautbekämpfung wieder mechanisch vornehmen, d. h., die Äcker müssen wieder vermehrt gepflügt werden. Tonnenweise zusätzliches CO2 wird ausgestossen, Tausende Liter Diesel werden so zusätzlich verbrannt. Dies passt bekanntlich auch nicht allen. Es entstehen riesige Zusatzkosten für die Landwirtschaft, welche sich dann wieder auf die Preise der Produkte niederschlagen. Eine andere Variante wäre es, auf andere Pflanzenschutzmittel auszuweichen. [PAGE 1624] Hier gilt es aber zu vermerken, dass zurzeit bei allen Pflanzenschutzmitteln mit einer viel höheren Dosis und viel öfter gespritzt werden müsste, um die gleiche Wirkung zu erzielen. Das will auch niemand.

Wir Landwirte in der Schweiz sind bemüht, die Bevölkerung mit einwandfreien, gesunden Nahrungsmitteln zu versorgen. Wenn nun das Pflanzenschutzmittel Glyphosat nicht mehr verwendet werden darf, sind bis zu 40 Prozent weniger Erträge zu erwarten, was weltweit riesige Auswirkungen auf die Versorgung der Menschen mit Nahrungsmitteln zur Folge hätte.

In Verruf geraten ist das Pflanzenschutzmittel vor allem, seit die Internationale Agentur für Krebsforschung das Produkt 2015 als "möglicherweise krebserregend für den Menschen" einstufte. Das BLV hat in der Folge im Auftrag unseres Parlamentes eine Studie betreffend Rückstände von Glyphosat in den Nahrungsmitteln durchgeführt. Es kamen deutliche Ergebnisse zum Vorschein: 60 Prozent der Produkte waren glyphosatfrei. Der Rest wies nur sehr geringe Rückstände auf, welche deutlich unter den Rückstandshöchstgehalten lagen und gesundheitlich unbedenklich sind.

Das wurde vom Bund so untersucht. Erst bei einem täglichen Konsum von 72 Kilogramm Teigwaren, 655 Kilogramm Brot oder 1600 Litern Wein wäre das für den Menschen gesundheitsschädlich. Sie sehen hier also die Dimensionen: Bei 1600 Litern Wein täglich hätten Sie wohl andere gesundheitliche Schäden zu befürchten als Glyphosatrückstände.

Daneben gilt es hier deutlich zu erwähnen, dass es in reinen Schweizer Produkten keine Rückstände gab. Rückstände wurden in Mischprodukten, welche einen Anteil an ausländischen Nahrungsmitteln enthielten, nachgewiesen. In Nordamerika ist es beispielsweise heute noch erlaubt, die Getreidefelder bis zehn Tage vor der Ernte mit Glyphosat zu behandeln. Das ist in der Schweiz zum Glück schon seit geraumer Zeit nicht mehr erlaubt.

Dies alles zeigt, dass wir zu diesem Thema nicht noch einen weiteren Bericht brauchen. In der Schweiz gelten schon strenge Regeln.

Ich fasse zusammen: Ein Ausstieg aus der Verwendung des Pflanzenschutzmittels Glyphosat bedeutet einen massiven Anstieg des CO2-Ausstosses, eine massive Steigerung des Dieselverbrauchs in der Landwirtschaft und einen grösseren Einsatz von anderen Pflanzenschutzmitteln. Dies alles will ich nicht. Deshalb lehne ich das Postulat ab. Die Antworten kennt man, wenn man sich informiert hat.