preparatory:AB 23830
Villiger Kaspar · Bundesrat · Luzern · 2002-06-05
Wortprotokoll
Ich habe den Erklärungen Ihres Kommissionspräsidenten materiell nichts beizufügen. Ich bin Ihnen dankbar, wenn Sie Ihrer Kommission zustimmen.
Zwei, drei Hinweise zur Wirkung dieser Massnahmen bisher: Es hat sich gezeigt, dass dieses Paket richtig war. Ein Wiederauflebenlassen des alten Zustands durch Nichtverlängerung wäre absurd, hätte absurde Konsequenzen, wäre nicht machbar. Aber wir konnten durch die Entlastung des Handels mit Eurobonds immerhin etwa 1500 solche Bonds bei der SWX zum Handel zulassen. Dieser Umsatz wuchs von 0 auf 33,8 Milliarden Franken im Jahr 2001. Wir erwarten dieses Jahr eine Verdoppelung. Es konnten bedeutende ausländische "market makers" als "remote members" für die SWX gewonnen werden. Das hat wiederum den Handel mit Eurobonds in der Schweiz gestärkt. Durch die Entlastung der Titellieferungen an die Derivatebörse Eurex sind diese Geschäfte in der Schweiz verblieben. Dank der Befreiung verschiedener ausländischer Anleger haben wir nun keinen Wettbewerbsnachteil mehr für Schweizer Effektenhändler. Weil die ausländischen Mitglieder der Virt-x ihre Kunden ohne Umsatzabgabe bedienen können und durch die Befreiung des Handels mit schweizerischen Titeln an ausländischen Börsen, z. B. Virt-x, haben die in- und die ausländischen Mitglieder der Börse gleich lange Spiesse. Das betrifft übrigens alle Auslandbörsen. Sie wissen, dass die Virt-x die Jahresziele - 10 Prozent des europäischen Bluechips-Marktes - noch nicht erreicht hat, aber immerhin schon 8,5 Prozent. Ich habe sogar gehört, das Geschäft habe sich in letzter Zeit noch verbessert.
Man kann also sagen, dass das eigentlich eine erfolgreiche Massnahme war. Der Stempel macht mir in der Staatsrechnung trotzdem ein bisschen Sorge. Er bringt dieses Jahr einiges weniger, obschon wir das Geld brauchen könnten. Aber das hat vor allem auch mit der verlangsamten [PAGE 317] Börsentätigkeit im Vergleich zu früher zu tun. Das hat nichts mit irgendwelchen Abwanderungen zu tun, wie wir jetzt zumindest den Eindruck haben. Diese Verlängerung lohnt sich.
Ich bitte Sie um Zustimmung.