Flach Beat · Nationalrat · 2019-03-05
Flach Beat · Nationalrat · Aargau · Grünliberale Fraktion · 2019-03-05
Wortprotokoll
In der Schweiz verkehren im Moment etwa 4,6 Millionen Autos. Über 10 Millionen Parkplätze stellen wir für diese Autos in der Schweiz zur Verfügung. Das zeigt auch gerade, dass die Autos am meisten parkieren. Während mehr als 80 Prozent seiner Lebensdauer steht ein Auto in der Schweiz herum, irgendwo, zu Hause, auf der Arbeit oder eben beispielsweise beim Einkaufen in der Innenstadt.
Die grünliberale Fraktion fordert mit ihrer Motion vom Bundesrat, die Grundlagen für die Einführung grüner Zonen in den Städten und Agglomerationen zu schaffen, die explizit für Elektroautos vorgesehen sind. Sie können auch so ausgestaltet sein, dass man dort länger parkieren kann, um beispielsweise das Auto aufzuladen.
Die Schweiz ist eigentlich ein Elektromobilitätsland par excellence. Die durchschnittliche Fahrdistanz beträgt in der Schweiz gerade mal 37 Kilometer am Tag, und zum Einkaufen sind es nur gerade 5 Kilometer am Tag. Es gibt eigentlich keinen Grund, weshalb wir nicht die Elektromobilität fördern sollten. In den Städten und in den Agglomerationen könnten wir damit die Probleme, die wir mit Lärm, mit Staubemissionen, mit CO2-Belastung haben, massiv angehen und könnten eine entsprechende Förderung eben auch dahin lenken, dass mehr Elektroautos verkauft werden, denn bislang sind nur gerade 5 Prozent der verkauften Autos Elektroautos. Die Zahl könnte massiv gesteigert werden, wenn man auch einen Anreiz hat.
Wenn man schon in die Stadt fährt oder zum Einkaufen in die Agglomeration geht und weiss, dass man dann mit dem Elektroauto einen Parkplatz hat, wo man das Auto auch noch aufladen kann und wo man es vielleicht noch etwas näher hat, dann schaffen wir nicht nur einen Anreiz dazu, die Elektromobilität in der Schweiz zu fördern, sondern wir schaffen ebenfalls einen Anreiz dazu, die Innenstädte wieder zu beleben. Innenstädte, gerade Altstädte und so weiter, brauchen auch Verkehr, brauchen halt auch Mobilität, denn nicht für jeden ist es möglich, zum Einkaufen immer zu Fuss und mit dem Bus unterwegs zu sein. Damit fördern wir die Qualität im städtischen Innenraum und in der Agglomeration.
Wir kommen auch langsam, aber sicher weg von den fossilen Energieträgern. Denken Sie daran: Wir investieren jede Sekunde 32[NB]000 Franken in fossile Energieträger, die aus dem Ausland kommen.
Die Schweiz ist für solche Zonen prädestiniert. Es ist auch nicht so, dass man dann mit einem Benziner oder einem Diesel nicht mehr in die Stadt hineinfahren könnte. Aber die Städte können ihre Innenstadtplanung, ihre Agglomerationsplanung und vor allem ihre Verkehrsplanung so entwickeln, dass sie menschengerechter, dass sie angenehmer werden für alle. Das ist ein Gewinn für die Stadt, aber auch für die Besucher der Stadt, und es ist vor allen Dingen auch ein Gewinn für die Energiewende, wenn wir vermehrt dafür sorgen, dass Elektromobilität gefördert wird.
Ich bitte Sie, diese Motion zu unterstützen.