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Langenberger Christiane · Ständerat · 2002-06-19

Langenberger Christiane · Ständerat · Waadt · Freisinnig-demokratische Fraktion · 2002-06-19

Wortprotokoll

Die WBK beantragt Ihnen nach eingehender Diskussion, den vom Nationalrat eingefügten Teil der Spezifikation der Allgemeinbildung zu streichen. Kunst und Kultur sind ohnehin Teile der Allgemeinbildung. Ansonsten müsste man konsequenterweise jedes Fach erwähnen. Beim Unterricht in einer zweiten Sprache - es heisst übrigens nicht Landessprache - haben wir uns Rechenschaft gegeben, inwieweit eine solche generelle Forderung nicht zu einem Teil an den effektiven Fähigkeiten und Möglichkeiten der Lernenden vorbeizielt. Wir dürfen nicht vergessen, dass viele Berufe die zweite Sprache als integralen Teil der Berufsbildung kennen, während andere verschiedenste Wahlfachmöglichkeiten für Sprachen anbieten. Wir erachten es aber nicht als zum Ziel führend, wenn wir Lehrlingen mit primär handwerklichen Fähigkeiten à tout prix das Lernen von Fremdsprachen aufbürden, die sie nur mit Widerwillen lernen.

Wir haben auch an die ausländischen Lehrlinge gedacht, die sich begreiflicherweise mit der jeweiligen örtlichen schweizerischen Sprache schwer tun. Eine obligatorische Wochenstunde würde rund 40 Millionen Franken kosten. Der finanzielle Aufwand war aber nicht der Grund für das Weglassen dieser zweiten Sprache. Vielmehr betrachteten wir die Sache aus der Sicht der Lehrlinge, die wir auch nicht überfordern dürfen.

Lassen wir all diejenigen Sprachen lernen, die es von Berufs wegen nötig haben; dort ist es Teil der Berufskunde. Lassen wir zudem diejenigen Fremdsprachen lernen, die es wollen, aber sehen wir davon ab, den ohnehin schon reich befrachteten Schultag von Berufsschülern noch zusätzlich mit einer solchen generellen Verpflichtung zu belasten.