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Beerli Christine · Ständerat · 2002-06-19

Beerli Christine · Ständerat · Bern · Freisinnig-demokratische Fraktion · 2002-06-19

Wortprotokoll

Ich möchte zu Artikel 14b etwas sagen, aber nicht unbedingt zu dieser Diskussion. Ich persönlich könnte mich mit dem Antrag Maissen einverstanden erklären, weil es ja nicht um eine Kantonalisierung geht. Die Kantone erlassen nichts, sie würden einfach angehört oder würden einen Antrag stellen können, aber schlussendlich macht es trotzdem das Bundesamt. Von daher gesehen habe ich damit kein Problem.

Zu meinem Anliegen zu Artikel 14b: Ich habe in meinem Eintretensreferat dargelegt, dass ich zu Artikel 14b noch etwas mitgeben möchte. Ich kann keinen Antrag stellen, aber es sollte dann beim Erlass der Bildungsverordnungen berücksichtigt werden. Ich habe Sie darauf aufmerksam gemacht, dass wir Gefahr laufen, bei den Fachhochschulen in eine grosse Schwierigkeit zu geraten, wenn wir die Master-Ausbildungen einführen - im Zug der Umsetzung der Bologna-Konvention mit den Bachelor- und Master-Ausbildungen - und damit an den Fachhochschulen eine längere Ausbildung haben als beim gymnasialen Weg mit anschliessendem Master an einer Universität oder an einer Eidgenössischen Technischen Hochschule. Diesem Problem kann man einzig begegnen, wenn man beim Erlass der Bildungsverordnungen vorurteilslos prüft, ob nicht diejenigen Berufsschülerinnen und Berufsschüler, Lehrabgängerinnen und Lehrabgänger, die in eine Fachhochschule gehen möchten, eine dreijährige Lehre machen und danach mit einer Berufsmaturität abschliessen können, um anschliessend an die Fachhochschule zu gehen. Wenn man das tun könnte, wenn man das prüft und dann zum Schluss kommt, es sei eine Möglichkeit - ich persönlich bin überzeugt, dass es die einzige Möglichkeit ist, um die Konkurrenzfähigkeit des Fachhochschulstudiums aufrechtzuerhalten -, wäre es möglich, genügend ECTS-Punkte zu sammeln, um einen Bachelor und anschliessend einen Master im gleichen Zeitrahmen zu [PAGE 511] machen wie an einer Universität oder an einer Eidgenössischen Technischen Hochschule.

Ich bin zutiefst überzeugt, dass wir in diese Richtung gehen müssen, wenn wir nicht die ganze Investition, die wir bis anhin gemacht haben, und die ganze Kraft, die wir in den Aufbau der Fachhochschulen gesetzt haben, in den Sand setzen wollen. Dies, weil schlicht und einfach all diejenigen Anwärter, die das Potenzial haben, eine Hochschulbildung abzuschliessen, über den gymnasialen Weg an die Universitäten gehen würden und nicht mehr den längeren und - ich muss das auch sagen - schwierigeren und zum Teil anspruchsvolleren Weg über die Berufslehre, die Berufsmaturität und das anschliessende Fachhochschulstudium wählen würden.

Ich möchte das mitgeben, damit es im Rahmen des Erlasses der Bildungsverordnungen vertieft geprüft wird. Ich hatte es bereits in der Kommission eingebracht. Die Zeit hat nicht gereicht, um diese Überprüfung bis heute vertieft abzuschliessen, aber daran muss weitergearbeitet werden.