Pieren Nadja · Nationalrat · 2019-06-05
Pieren Nadja · Nationalrat · Bern · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2019-06-05
Wortprotokoll
Es geht bei diesem Postulat nicht für oder gegen eine frühe Förderung unserer Kinder, unserer zukünftigen Bevölkerung. Es geht darum, in wessen Kompetenz diese liegen soll. Ich kann meinen beiden Vorrednern, den Kommissionssprechern, in ganz vielen Punkten Recht geben: Es ist enorm wichtig, in den ersten Lebensjahren Kinder zu unterstützen, zu fördern und zu fordern. Hier geht es aber um die Frage, in wessen Kompetenz dies liegt.
Es gibt heute ganz viele Angebote der frühen Förderung. Das vorliegende Postulat empfehle ich als Sprecherin der Minderheit trotzdem abzulehnen, denn die Aufgaben liegen heute, ausser bei Eltern natürlich, bei den Kantonen und Gemeinden. Diese sind verantwortlich, bedürfnis- und regionengerechte Angebote zu schaffen. Die Kompetenz liegt aktuell nicht beim Bund, und das soll auch nicht so werden.
Es braucht in diesem Bereich nicht noch mehr Staat. Wie bereits gesagt: Angebote gibt es genug. Wenn ein Kind mit vier Jahren in den Kindergarten eingeschult wird und kein Wort Deutsch spricht, dann liegt das wahrscheinlich nicht daran, dass es zu wenig Angebote gibt. Es liegt eher daran, dass die Eltern eine Integrationsverweigerung leben und das Kind nicht unsere Sprache lehren.
Ich bitte Sie im Namen der Minderheit, dieses Postulat abzulehnen und die Kompetenz für die frühe Förderung bei den Gemeinden und den Kantonen zu lassen.