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Caroni Andrea · Ständerat · 2019-06-19

Caroni Andrea · Ständerat · Appenzell A.-Rh. · FDP-Liberale Fraktion · 2019-06-19

Wortprotokoll

Als der Nationalrat über dieses Thema debattierte und sinnierte, wurde er dichterisch begleitet von Kollegin Gmür-Schönenberger. Da habe ich überlegt, ob wir allenfalls auch eine "Chambre de Poésie" seien, und probiere es ebenfalls einmal dichterisch.

Jüngst im Nationalrat reimte

eine etwas abgefeimte

Dichterfürstin namens Gmür.

Sie sprach - ich fand das ungehür -:

"Zur Verhinderung von Toten

braucht es dringend Frauenquoten."

Da muss ich ihr widersprechen,

kann mir von Quoten nichts versprechen.

Auch wenn man sie, scheinbar gerechter,

nennt "Richtwerte für Geschlechter".

Es ist nach wie vor privat

und obliege nicht dem Staat,

wem mein Geld ich anvertraue,

sei's dem Manne, sei's der Fraue,

sei's dem Jungen, sei's dem Alten,

sei's 'nem Schweizer, sei's 'nem Balten.

Und sollte Diversität

gut sein für die Bonität,

so kann der Staat sich ruhig bedecken,

der Eigner wird's ja selber checken.

Sodann kann ich nicht begreifen,

dass auf Bluechips zu versteifen

sich Befürworter bemüssigen.

Ich bin der Idee überdrüssig,

dass unsere vier Millionen Frauen

geifernd auf die Sitze schauen,

die man an einer Hand abzählt.

Und in die GV wählt

man oftmals ohnehin die Gleichen,

eingereist von über den Teichen.

Leid tun mir auch, gebt Obacht,

all die Frauen im Verdacht,

sie seien nicht da zum Schalten und Walten,

sondern die Quote einzuhalten.

Man verstehe mich ja richtig:

Wirtschaftsfrauen sind sehr wichtig,

aber in privaten Fragen

soll man nicht den Staate fragen.

Statt mit Zwang hier dreinzulenken,

lasst die Leute selber denken.

Lieber Freiheit statt Verbote,

lieber Qualität statt Quote.

Doch um politisch Hand zu reichen

und statt die Quote ganz zu streichen,

schlug ich hier im Ständerat

die Quote vor für'n Verwaltungsrat.

Für die GL aber wär'

der Eingriff mir dann doch zu schwer.

Ich bitte Sie, na kommen Sie schon,

folgen Sie der Kommission.

Unser Antrag, der hat Schmiss

und ist ein runder Kompromiss.

Packen Sie die Chance beim Schopf,

und drücken Sie den grünen Knopf. [PAGE 524]