Bulliard-Marbach Christine · Nationalrat · 2019-06-20
Bulliard-Marbach Christine · Nationalrat · Freiburg · CVP-Fraktion · 2019-06-20
Wortprotokoll
Ich bin Leiterin eines Landwirtschaftsbetriebes. Ich werde überall der Mehrheit folgen und die Initiativen sowie die Anträge für Gegenvorschläge ablehnen.
Meiner Meinung nach sind die Initiativen gut gemeint, aber zu extrem. Die Umsetzung dieser Initiativen würde einerseits die Lebensmittelversorgung unseres Landes und andererseits viele Arbeitsplätze, auch bei uns im Kanton Freiburg, stark gefährden. Es muss ein Gleichgewicht zwischen den Anliegen des Schutzes und den anderen Interessen gefunden werden. Dies ist mit den Initiativen nicht gewährleistet.
Im Weiteren denke ich, dass keine Gegenvorschläge nötig sind. Der Bundesrat hat den Handlungsbedarf bereits erkannt. Ich denke, dass sein Aktionsplan Pflanzenschutzmittel und die Strategie Antibiotikaresistenzen die Anwendung von Schutzmitteln und Antibiotika genügend reduzieren und die Risiken demzufolge senken werden. Für den Trinkwasserschutz ist ab 2022 ein zusätzliches Massnahmenpaket geplant.
Ich möchte abschliessend bemerken, dass die Schweizer Landwirte bereits heute alles tun, um eine nachhaltige und produktive Landwirtschaft zu gewährleisten. Wir tragen Sorge zu unserer Natur, weil wir von ihr leben. Wir haben grösste Achtung für die Umwelt und für unsere Tiere. Wenn wir Pflanzenschutzmittel und Antibiotika gebrauchen, dann nur in den Fällen, wo es unabdingbar ist.
Die Schweizer Bauern unternehmen grosse Anstrengungen: Seit 2008 ist die Anwendung von synthetischen Pflanzenschutzmitteln um fast einen Drittel zurückgegangen, bei den Herbiziden um fast die Hälfte. Diese Zahlen sowie weitere Informationen können Sie dem Bericht unserer Delegation entnehmen. Kurz und gut: Wir sind meiner Meinung nach auf dem richtigen Weg.
Ich lade Sie ein, beide Initiativen und die Anträge für Gegenvorschläge abzulehnen.