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Müller Damian · Ständerat · 2019-06-20

Müller Damian · Ständerat · Luzern · FDP-Liberale Fraktion · 2019-06-20

Wortprotokoll

Die Antwort des Bundesrates auf meine Interpellation zeigt es sehr deutlich: Die Situation ist mehr als unbefriedigend, und ich sehe eine grosse Diskrepanz zwischen der Aussage des Bundesrates zu dem Thema, welchem eine grosse Bedeutung zugemessen wird, und den Ressourcen, die für den Kampf gegen virale Hepatitis effektiv zur Verfügung stehen. Die gut 300[NB]000 Franken, die der Bund pro Jahr für die Verhinderung von Hepatitis aufwendet, stehen in keinem Verhältnis zu den 200 Toten und den schweren Folgen für die Betroffenen.

Hepatitis B und C sind die wichtigste Ursache für Leberkrebs und Lebertransplantationen. Für die Betroffenen sind dies sehr belastende Krankheiten beziehungsweise sehr teure Behandlungen. Wenn wir - und der Bundesrat tut das ja auch - von Elimination reden, also einer massiven Reduktion der Neuansteckungen und Todesfälle aufgrund von Hepatitis, dürfen wir uns doch nicht mit gleichbleibenden oder nur leicht sinkenden Zahlen zufriedengeben, wie es der Bundesrat in seiner Antwort tut. Denn jeder einzelne Krankheits- und Todesfall ist einer zu viel. Wir haben heute die Möglichkeit, diese negativen Auswirkungen zu verhindern. Hepatitis C ist heilbar, gegen Hepatitis B schützt sogar eine Impfung.

Um es gleich abzukürzen: Ich werde deshalb eine Motion einreichen, die die Integration von Hepatitis in ein nationales Programm für die Bekämpfung von sexuell und blutübertragbaren Infektionskrankheiten verlangt und das Ziel der Elimination verfolgt. Das aktuelle Programm für HIV und sexuell übertragbare Infektionskrankheiten läuft nämlich 2021 aus. Das ist der richtige Moment, um HIV und Hepatitis gemeinsam zu eliminieren. Dadurch können wir bestehende Ressourcen effizienter nutzen. Vorbeugen ist immer noch besser als heilen - packen wir es an!