Strahm Rudolf · Nationalrat · 2002-09-19
Strahm Rudolf · Nationalrat · Bern · Sozialdemokratische Fraktion · 2002-09-19
Wortprotokoll
Ich möchte da noch etwas Transparenz schaffen. Es geht um das erwähnte Schweizerische Institut für Berufspädagogik (SIBP). Das ist heute ein dreiteiliges Institut: Ein Teil ist in Zollikofen, ein Teil in Lausanne und ein Teil in Lugano. Dieses Institut bildet die Lehrkräfte für die Berufsschulen aus. Das Institut ist heute unabdingbar nötig, weil es nämlich der Koordination des schweizerischen Berufsbildungswesens dient.
Ich muss Ihnen in Erinnerung rufen, dass die Schüler nach dem 9. oder 10. Schuljahr aus verschiedenen Schulsystemen an die Berufsschulen kommen; das Berufsbildungssystem muss aber im Sinne eines einheitlichen Arbeitsmarktes auch einigermassen schweizerisch gestaltet sein. Deswegen ist dieses Lehrerbildungsinstitut ein Muss, und die Kommissionsmehrheit möchte seine Existenz als Muss-Formel im Gesetz verankern.
Weshalb kommt jetzt der Minderheitsantrag Kofmel? Ich muss betonen, dass das ein Stück weit eine "Lex Zürich" ist, und der Rat muss auch wissen, was dahinter steckt. In Zürich haben wir einen sehr dynamischen Erziehungsdirektor, Herrn Buschor. Er möchte am liebsten das zürcherische Schulsystem helvetisieren und für die ganze Eidgenossenschaft durchsetzen. Er hat ein Prestigeprojekt, nämlich die Pädagogische Hochschule Zürich, und er möchte nun die Berufsschullehrerausbildung vom SIBP nach Zürich nehmen. Das ist der Hintergrund. Vielleicht liebäugeln auch zwei, drei andere Erziehungsdirektoren mit einer solchen Lösung. Deswegen möchten sie eigentlich das SIBP nicht im Gesetz als Muss-Formel verankert haben.
Ich bitte Sie, diese Muss-Formel im Sinne der Kommissionsmehrheit zu unterstützen. Wir wollen doch gerade im Sinn und Geist des neuen Berufsbildungsgesetzes einen einheitlichen Arbeitsmarkt und eine einheitliche Berufsbildung. Deswegen braucht es dieses Bundesinstitut, und nicht eine Lösung Buschor. Bitte lehnen Sie den Minderheitsantrag ab.