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Germann Hannes · Ständerat · 2019-09-11

Germann Hannes · Ständerat · Schaffhausen · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2019-09-11

Wortprotokoll

Tatsächlich ist das Postulat "Digitalisierung naturwissenschaftlicher Sammlungen zugunsten der Schweizer Forschung" von 37 Kolleginnen und Kollegen in diesem Rat unterzeichnet worden. Insofern sollte einer Annahme nicht viel im Wege stehen. Nach Rücksprache mit dem Präsidenten der WBK bin ich aber zum Schluss gekommen, dass es möglicherweise der effizientere und raschere Weg wäre, über die Kommission zu gehen.

Dass es einen nationalen Effort braucht, ist meines Erachtens klar. Schliesslich gewinnen Museumssammlungen weltweit an Bedeutung für die Grundlagen- und die angewandte Forschung an Hochschulen. Nun sind diese kantonalen Sammlungen ja halt oft isoliert, wobei zudem auch eine Priorisierung in den einzelnen Museen fehlt. Die Sammlungen werden zwar intern genutzt, sind aber für die Wissenschaft und die Forschung nicht zugänglich. Dieser Zugang kann jedoch nur funktionieren, wenn die Sammlungen digitalisiert sind. Sie sind heute kantonal isoliert, wie dies auch der Bundesrat in seiner Stellungnahme erwähnt.

Die Niederlande dienen als gutes Beispiel: Dort hat sich gezeigt, dass die Anschubfinanzierung durchaus die gewünschte Wirkung erzielt hat; dort wird entsprechend gearbeitet. Das ist eine wichtige Aufgabe. Wir haben denn auch, so meine ich, die richtigen Ansätze, sodass der Bund durchaus agieren kann. Er hat eine Zuständigkeit bei der Forschung; er hat aber auch eine Zuständigkeit beim Kulturgüterschutz, wo die naturhistorischen Museen als A-Objekte von nationaler Bedeutung sogar die höchste Priorität haben, sodass der Bund die Kantone bei der Erstellung von Sicherheitsdokumentationen entsprechend unterstützen kann. Schliesslich geht es auch um die Bewahrung des kulturellen Erbes, zu dem eben auch die naturkundlichen Sammlungen zählen.

Ich will nicht weiter in die Details gehen, weil es ja ein Ordnungsantrag ist. Trotzdem muss es erlaubt sein, auch ein paar inhaltliche Dinge zu sagen. Wir können das anschauen, und weil es ja mit einem Finanzierungsauftrag verbunden ist, ist der Weg über die Kommission wahrscheinlich der effizientere. Dann können wir dort allenfalls eine Kommissionsmotion daraus machen oder den Input via Budget in der BFI-Botschaft weitergeben. Das scheint mir eigentlich der zielgerichtetere Weg zu sein. Das Anliegen an sich ist ja hier im Rat unbestritten.

In diesem Sinne opponiere ich nicht dagegen, sondern unterstütze sogar den vermutlich schnelleren und zielgerichteteren Weg: nicht jenen über ein Postulat, bei dem am Schluss - in ein, zwei Jahren - ein Bericht resultiert.