Sommaruga Simonetta · Bundesrat · 2019-09-12
Sommaruga Simonetta · Bundesrat · Bern · 2019-09-12
Wortprotokoll
Ich spreche jetzt auf Deutsch, wenn es Ihnen recht ist. Ich könnte auch Englisch. Es ist ein bisschen ein spezielles Geschäft, muss ich Ihnen sagen. Ich habe ja schon einmal im Rahmen einer Fragestunde Auskunft auf eine Frage von Herrn Nationalrat Jauslin gegeben.
Was ich Ihnen einfach dazu sagen kann: Sie haben ja 2017 die Teilrevision 1 plus des Luftfahrtgesetzes angenommen. Im Rahmen der Umsetzung wurde dieses "English only" in die Verordnung geschrieben. Meine Fachleute sagen mir, man habe eine Anhörung zu dieser Verordnung bei den betroffenen Kreisen durchgeführt. Diese "English only"-Regelung ist ja sehr spezifisch. Sie gilt nicht für alle Piloten. Es sind auf hundert Piloten etwa vier bis fünf betroffen, die ihr Englisch noch etwas aufbessern müssen. Diese Regelung sei von den betroffenen Kreisen zu keinem Zeitpunkt kritisiert worden und sei auch nicht infrage gestellt worden.
Ich war ja nicht persönlich dabei. Aber man muss sich schon auch bewusst sein: Offenbar hat das bei der Anhörung keine Reaktionen ausgelöst. Jetzt ist diese Regelung seit dem 1.[NB]Januar in Kraft. Jetzt hat sie Reaktionen ausgelöst. Ich muss Ihnen sagen, schauen Sie den Sicherheitsgewinn in diesen paar Flughäfen an - sie wurden genannt -, der daraus resultiert, dass man weiss, es gibt eine Sprache, nicht mehrere, in der man kommuniziert, und stellen Sie ihn dem Aufwand gegenüber. Einfach damit Sie das mal wissen: Bei diesem spezifischen Englisch - es ist ja ein Fachvokabular -, das diese Piloten nicht sprechen können, sprechen wir etwa von fünfzig bis hundert Wörtern. Wenn man fliegen kann - das braucht ja schon ziemlich viel Grips -, dann kann man auch noch fünfzig bis hundert Wörter auf Englisch lernen.
Das Bundesamt für Zivilluftfahrt ist jetzt sogar noch daran zu schauen, ob man von diesen fünfzig bis hundert Wörtern - Phraseologien nennt man das - noch runterkommen kann, damit es dann am Schluss vielleicht nur noch dreissig sind. Sie entscheiden. Wenn Sie diese Motion annehmen, werde ich im Ständerat nochmals sprechen. Dann mache ich es vielleicht auf Englisch, damit wir einander ein bisschen zeigen können, was zumutbar ist. Ich bin der Meinung, man sollte nicht wegen fünfzig bis hundert Wörtern auf Englisch - das ist übrigens internationaler Standard - die Verordnung und den Sicherheitsgewinn wieder rückgängig machen. Wir haben Ihnen auch erklärt, warum die Situation in Genf eine andere ist. Dort wird der internationale Luftraum auch kontrolliert.
Sie entscheiden. Aber Sie werfen uns jeweils vor, wir würden viel Aufwand betreiben - hier geht es um fünfzig bis hundert Wörter auf Englisch. Ich bin der Meinung, der Sicherheitsgewinn ist da. Das Lernen von fünfzig bis hundert englischen [PAGE 1518] Wörtern ist zumutbar. Ich würde Ihnen empfehlen, jetzt da nicht diesen Aufwand zu betreiben. Aber wenn Sie uns den Auftrag geben, dann machen wir das natürlich - wie immer.