Campell Duri · Nationalrat · 2019-09-16
Campell Duri · Nationalrat · Graubünden · Fraktion BD · 2019-09-16
Wortprotokoll
Wir haben heute mehrmals von Kontingenten gehört. Es sei richtig, in Zukunft die Zahl der Ausländer hier in der Schweiz mit Kontingenten zu beschränken. Ich kann mich noch gut daran erinnern, als wir Kontingente hatten - an den grossen Kampf, wer Kontingente erhält und wer nicht. Ich komme aus einer Randregion, wo wir vor allem vom Tourismus und von der Landwirtschaft leben. Ich bin mir bewusst, dass wir erst am Schluss drankommen, wenn es darum geht, Kontingente zu erhalten. Es ist mir klar, dass die Kontingente dorthin gehen, wo es das ganze Jahr Arbeit gibt. Auch die Leute wollen dorthin. Dann bleibt für die Randregionen das grosse Kämpfen, damit sie Leute anstellen dürfen. Hier würden wir mithelfen, die Randregionen noch mehr an den Rand zu drängen.
Wir glauben auch, dass es noch immer so wäre wie vor siebzehn Jahren, wenn wir mit Kontingenten arbeiten würden. In der EU hat die Arbeit auch zugenommen. In der EU gibt es heute auch weniger Arbeitslose als auch schon. Sie glauben, dass wir in der Schweiz einfach so Leute bekommen, wenn wir sie wollen, und sie einfach so zurück in ihre Länder schicken können, wenn sie keine Arbeit mehr haben. Ich bin überzeugt: Diese Zeit ist vorbei.
Wenn ich jetzt alle Ansprachen höre, die in diesem Saal gehalten werden, so staune ich wahnsinnig. Ich komme nicht mehr aus dem Staunen heraus. Was habe ich heute nicht alles an Zahlen und Statistiken gehört! Ich weiss nicht, in welchem Buch all diese Statistiken niedergeschrieben sind, und vor allem weiss ich nicht, welche richtig sind und welche nicht. Also: Bleiben wir bei den Fakten.
Fakt ist, dass wir immer weniger Leute haben, die in die Schweiz kommen wollen, dass wir eine so tiefe Arbeitslosigkeit haben, wie wir sie jetzt schon seit vielen Jahren nicht mehr hatten. Mir kommt es vor wie mit der Polizeistunde. Ich bin in einem kleinen Restaurant aufgewachsen, und in den Neunzigerjahren waren wir froh, wenn hie und da Polizeistunde war und der Polizist kam, um die Leute nach Hause zu schicken. Heute wären wir froh, wären die Gäste um 11 Uhr noch im Restaurant. Ich hoffe, dass es mit den Mitarbeitern aus der EU nicht auch so ist. Wenn es so weitergeht und wir der Wirtschaft - da freuen wir uns alle - Schub geben, müssen wir uns auch bewusst sein, dass wir für diese Arbeit Leute brauchen, die arbeiten wollen, die Freude haben an der Arbeit.
Darum werde ich diese Initiative bekämpfen, und ich hoffe, dass mir sehr viele Leute folgen werden.