Aeschbacher Ruedi · Nationalrat · 2002-09-30
Aeschbacher Ruedi · Nationalrat · Zürich · Evangelische und Unabhängige Fraktion · 2002-09-30
Wortprotokoll
Im vorletzten Jahr, im Jahr 2000, wurde eine Volkszählung durchgeführt, und in den Fragebogen dieser Volkszählung wurde unter anderem auch die Frage nach der Mobilität unserer Bevölkerung gestellt. Bei dieser Frage konnte man aber nur ankreuzen, ob man entweder zu Fuss oder per Auto oder per öffentlichen Verkehr zur Arbeit gelange. Mit dieser Fragestellung, die sehr grob ausgefallen ist, wurde meines Erachtens einmal mehr die Bedeutung des Fussverkehrs unterschätzt, denn sehr viele Personen, die den öffentlichen Verkehr beanspruchen und deshalb jenes Feld angekreuzt haben, haben mit Sicherheit einen mehr oder weniger langen Fussweg vom Ziel oder zum Ort des öffentlichen Verkehrs zurücklegen müssen. Das hat mich gestört, weil der Fussverkehr auch in anderem Zusammenhang immer wieder als zu wenig bedeutungsvoll angenommen und auch abgehandelt wird.
In der Interpellationsantwort vertröstet mich der Bundesrat dann mit der Feststellung, diese Situation könne vor allem dadurch verbessert werden, dass ja mit dem Mikrozensus ein, zwei Jahre später verfeinerte Resultate über die Mobilität der Bevölkerung erhoben würden und dass dort alle Verkehrsarten gemäss ihrem wahren Wert gewichtet würden. Der Bundesrat vertröstet mich aber auch mit der Möglichkeit der Geokodierung: dass die Auswertung dieser Daten der Volkszählung via Geokodierung auch noch auf die Fusswege umgelegt werden könnte.
Das ist ein Trost, Frau Bundesrätin, aber er hat mir nicht ganz genügt, denn in einer Volkszählung hat die Fragestellung auch eine gewisse Signalwirkung. Wenn die Bürgerin oder der Bürger diesen Fragebogen ausfüllt und eigentlich nur sieht bzw. angeben muss, entweder sei man Autofahrer oder man sei Benutzerin des öffentlichen Verkehrs oder man sei Fussgänger oder Fussgängerin, dann kommt eben gerade ein wichtiger Teil des Fussverkehrs zu kurz: Dieser besteht dann, dass man zu Fuss die öffentlichen Verkehrsmittel erreichen muss, dass man zu Fuss vom Zielort an den Arbeitsort oder zum Einkaufsort geht, dass man auch als Automobilist sehr oft zu Fuss unterwegs sein muss.
Mir ist es wichtig und ein Anliegen, dass diese Bedeutung des Fussverkehrs auch zum Tragen kommt. Aus diesem Grunde war ich nicht ganz befriedigt von der Antwort des Bundesrates, aber ich bin froh, wenn diesen Umständen vielleicht bei der nächsten Volkszählung Beachtung geschenkt werden kann. In diesem Sinne danke ich Ihnen für die Antwort.