Prelicz-Huber Katharina · Nationalrat · 2020-03-04
Prelicz-Huber Katharina · Nationalrat · Zürich · Grüne Fraktion · 2020-03-04
Wortprotokoll
Der Inländer- und Inländerinnenvorrang wurde vor allem von unseren Gewerkschaften vehement vorgebracht, damit er endlich auch von Ihrer Seite unterstützt wurde. Damit haben wir eine gewisse Annäherung gefunden. Zwei Bemerkungen dazu:
1. Selbstverständlich hilft der Inländervorrang, natürlich! Wir sind froh darum. Aber er entbindet die Arbeitgebenden nicht davon, die älteren oder überhaupt alle Arbeitnehmenden mittels Weiterbildung zu qualifizieren, gerade auch in den Tieflohnbereichen - was heute leider viel zu wenig gemacht wird.
2. Dank der flankierenden Massnahmen haben wir die Gewähr, dass keine billigeren Arbeitskräfte hereingeholt werden, sondern dass in der Schweiz gleiche Löhne bezahlt werden und gleiche Arbeitsbedingungen für alle herrschen. Falls das nicht eingehalten wird, besteht mit den flankierenden Massnahmen das Recht, wenigstens gegen Lohndumping vorzugehen. Gerade mit Ihrer Initiative wäre all das weg: Es gäbe keine flankierenden Massnahmen mehr und dafür Lohndumping für die Ausländerinnen und Ausländer sowie die Schweizerinnen und Schweizer. Ihr Konzept geht also am allerwenigsten auf.