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Aebischer Matthias · Nationalrat · 2020-05-05

Aebischer Matthias · Nationalrat · Bern · Sozialdemokratische Fraktion · 2020-05-05

Wortprotokoll

Der Ständerat hat das vorliegende Geschäft mit dem Titel "Unterstützung der Lehrbetriebe" gestern Abend ungefähr zur gleichen Zeit behandelt und verabschiedet, wie wir es heute tun, und zwar in Rekordzeit und einstimmig. Das wird wohl hier im Nationalrat ebenso rasch gehen.

Um was geht es? Jährlich werden in der Schweiz rund 75[NB]000 Lehrstellen angeboten. Zwei Drittel dieser Stellen sind bis Ende März meist besetzt, und dann werden noch Lernende für den letzten Drittel gesucht. In einem normalen Jahr funktioniert das gut.

Jetzt, im Corona-Jahr, sieht alles ein bisschen anders aus. Zwar waren bis Anfang März auch rund zwei Drittel der Lehrstellen besetzt, doch mit der Corona-Krise wurden viele Lehrverträge im März und April wieder aufgelöst. Hinzu kommt, dass der restliche Drittel der Lehrstellen, der oft etwas schwieriger zu besetzen ist, jetzt noch schwieriger zu besetzen ist. Der Lehrstellenmarkt ist regelrecht eingebrochen. Auch nicht zu unterschätzen sind die bestehenden Lehrverhältnisse, die möglicherweise wegen der Corona-Krise aufgelöst werden, oder auch die schlechteren Chancen für Lernende, die im Sommer ihre Lehre abschliessen, eine Stelle zu finden.

Der Bundesrat hat gemäss Artikel 13 des Berufsbildungsgesetzes die Möglichkeit, bei einer solchen Situation befristete Massnahmen anzuordnen, die das Gleichgewicht wiederherstellen. Deshalb fordert, so wie schon der Ständerat, auch die Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur des Nationalrates den Bundesrat einstimmig auf, von dieser Möglichkeit rasch und unbürokratisch Gebrauch zu machen. Es geht um das Herzstück der Schweizer Bildung, das duale Bildungssystem, die Berufsbildung. Unsere Einstimmigkeit in der Kommission zeigt, Herr Bundesrat: Geben Sie Gas!