Leutenegger Oberholzer Susanne · Nationalrat · 2002-10-03
Leutenegger Oberholzer Susanne · Nationalrat · Basel-Landschaft · Sozialdemokratische Fraktion · 2002-10-03
Wortprotokoll
Ich bitte Sie, dem Minderheitsantrag Fehr Hans-Jürg zu folgen. Alle sprechen von neuen Geschäftsfeldern, die der Post eröffnet werden sollen, aber wenn sich für die Post tatsächlich ein lukratives Geschäft abzeichnet, zeigt der Bundesrat als Eigner keine Strategie auf, wie dieses weiterverfolgt werden könnte. Ich möchte Sie daran erinnern, dass die Postbank im Vernehmlassungspaket des Bundesrates zur Swisscom und zur Post noch als Projekt enthalten war. Nach der Vernehmlassung hat der Bundesrat das sang- und klanglos in der Versenkung verschwinden lassen.
Heute zeigt sich eines: Postfinance ist der ertragreichste Zweig der Post. Dieser Zweig muss weiterausgebaut werden können. Postfinance ist auch die Finanzinstitution, die das Vertrauen der Kundinnen und Kunden geniesst - im Zeichen der Krise auf den Kapitalmärkten und der grossen Verunsicherung in Bezug auf die grossen Finanzinstitute jetzt immer mehr. Die Lösung mit der UBS, die die Post gleichsam zur Agentur einer Grossbank degradiert, kann ja keine Lösung auf Dauer sein.
Von daher ist es klar: Wenn Sie die Post tatsächlich stärken wollen, wenn Sie ihr eine gute Position im Markt verschaffen wollen, muss auch die Schaffung der Postbank nochmals ganz eingehend geprüft werden.
In diesem Sinne: Sagen Sie Ja zur Post, und sagen Sie Ja zum Minderheitsantrag Fehr Hans-Jürg.